Versicherungsmakler sind durch Regulierungsmaßnahmen wie die IDD-Umsetzung und die neue DSGVO-Richtlinie 2018 stark beansprucht worden. Das zeigt die Auswertung des AfW-Vermittlerbarometers, an dem sich über 1.300 Versicherungsmakler und Finanzanlagenvermittler beteiligt haben. Gefragt wurde unter anderem, ob der Vermittlerbetrieb gemäß Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) aufgestellt ist. 64 Prozent der Umfrage-Teilnehmer, von denen 63 Prozent als Einzelkaufleute agieren, auf haben dies bejaht, 28 Prozent waren sich nicht sicher.

IDD-Umsetzung und die Folgen
Der AfW fragt die Vermittler auch jedes Jahr, wie sie zu den erfolgten gewerberechtlichen Regulierungen stehen. Überraschend: Über 47 Prozent der Versicherungsmakler sehen diese "sehr positiv“ oder "positiv“. Bei den Finanzanlagenvermittlern sind dies 2018 fast 42 Prozent gewesen. Allerdings befürworten nur 78 Prozent die regelmäßige Weiterbildungspflicht gemäß IDD.

Ebenfalls überraschend: Nur 48 Prozent der Umfrage-Teilnehmer gaben an, dass sich Ihre tägliche Arbeit seit Inkrafttreten der IDD-Umsetzung zum 23. Februar 2018 irgendwie verändert habe. 43 Prozent verneinten dies gar, und neun Prozent blieben eine Angabe schuldig.

Mehr Zeitaufwand und mehr Rechtssicherheit
Zu den bemerkbaren Veränderungen im Arbeitsablauf durch die IDD-Umsetzung nannten 90 Prozent der Befragten einen deutlich höheren zeitlichen Aufwand für Terminierung, Vorbereitung und Dokumentation von Kundengesprächen. Weitere 55 Prozent gaben einen zunehmenden Verwaltungsaufwand an, der zwingend eine Umstellung der Arbeitsprozesse erfordert (Mehrfachnennungen erlaubt).

Weitere 34 Prozent wollen sich zwingend auf bestimmte Produkte konzentrieren, um den zunehmenden Verwaltungsaufwand zu kompensieren. 30 Prozent sehen sich hierdurch überfordert. Sieben Prozent haben sich zu kundenorientierterer Arbeit entschieden, während neun Prozent angaben, ihr 34d-Geschäft aufgeben zu wollen beziehungsweise bereits aufgegeben zu haben. 

Als positiv hoben 32 Prozent der Umfrage-Teilnehmer, die im Schnitt 53,42 Jahre alt waren, hervor, dass sich die Rechtssicherheit ihrer Arbeit erhöht habe. Sieben Prozent wollen ein verbessertes Image bei den Kunden beobachtet haben und vier Prozent gaben eine erhöhte Produktivität ihrer Arbeit an. Dazu arbeiten die Vermittlerbetriebe im Schnitt mit 2,0 Pools beziehungsweise Verbünden zusammen (2017: 1,9). (dpo)