Die Rente ist sicher...kein großes Thema im Vorfeld der diesjährigen Bundestagswahl. Das denken zumindest laut einer Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) 44 Prozent der Bundesbürger. Nur 34 Prozent meinen, dass die – teils sehr detaillierten – Rentenreformpläne der Parteien zu einem dominierenden Thema im Wahlkampf werden. Das liegt womöglich daran, dass Politiker nach Ansicht vieler Befragter ohnehin nicht viel mehr zu bieten haben als alten Wein in neuen Schläuchen: 35 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, dass die Parteien in diesem Jahr voraussichtlich keine Rentenreformkonzepte entwickeln werden, die deutlich über die Ideen der vergangenen Legislaturperiode hinausgehen.

Die DIA-Erhebung zeigt, wo die Deutschen den meisten Reformbedarf sehen: Nach Ansicht von 66 Prozent der Befragten gibt es bei der gesetzlichen Rentenversicherung den größten Handlungsdruck. Acht Prozent halten die private Altersvorsorge für überarbeitungsbedürftig, fünf Prozent die betriebliche Altersvorsorge (bAV). Gerade einmal fünf Prozent der Umfrageteilnehmer finden, dass es in keiner der drei Sparten Anlass für Reformen gibt.

Grünen-Wähler vertrauen im Ruhestand auf die SPD
Wenig schmeichelhaft für die Parteien: Die Wähler unterstellen ihnen nicht nur wenig Innovationskraft, sondern auch geringe Kompetenz in Rentenfragen. Jedenfalls halten 28 Prozent der Befragten gar keine der sechs aktuell im Bundestag vertretenen Parteien für besonders kompetent in der Rentenpolitik. Nennenswertes Vertrauen bei diesem Thema genießen bei den Umfrageteilnehmern nur zwei Parteien: CDU (18 Prozent schreiben ihr entsprechende Kompetenz zu) und SPD (14 Prozent). Die anderen vier Parteien bewegen sich dagegen im niedrigen einstelligen Bereich.

Wer Union, SPD, Linke, AfD oder FDP wählt, traut "seiner" Partei jeweils das größte Wissen beim Thema Ruhestandsfinanzen zu. "Eine solche Konstellation war zu erwarten", sagt DIA-Sprecher Klaus Morgenstern. Überrascht haben ihn dagegen die Wähler der Grünen: Von ihnen halten deutlich weniger Befragte "ihre" Partei für besonders kompetent in Rentenfragen. Die Grünen-Wähler trauen stattdessen der SPD das meiste Fachwissen zu. "Bündnis 90/Die Grünen kann also selbst das eigene Wählerklientel auf dem Feld der Rentenpolitik nicht so recht überzeugen", konstatiert Morgenstern. (fp)