Zurzeit gibt es in Deutschland noch rund 24.000 Bankfilialen.Ihre Zahl dürfte mit fortschreitendem Siegeszug des Onlinebankings und steigendem Kostendruck bei Kreditinstituten weiter sinken. Die meisten Kunden sind darüber vermutlich nicht allzu traurig. Der Großteil von ihnen präferiert für Bankgeschäfte offenbar bereits heute das Internet.

In einer aktuellen Umfrage von Finanztip wollen jedenfalls gerade einmal 17 Prozent der Befragten nicht auf eine Bankfiliale verzichten. Der Rest hält Onlinekonten, Smartphone- oder Direktbanken für zukunftsfähiger. Aus gutem Grund: "Filialbanken haben durch den Kundenservice höhere Kosten, auch deshalb sind die angebotenen Filial-Kontomodelle oft teurer", sagt Josefine Lietzau, Bankexpertin bei Finanztip.

Wie viel Geld man durch Onlinebanking sparen kann, zeigt ein Finanztip-Vergleich unterschiedlicher Kontomodelle. Schon wer bei Volksbanken oder Sparkassen auf reinen Online-Service umsteigt, kann bis zu 133 Euro sparen – pro Jahr, wohlgemerkt. Bei überregionalen Filialbanken beträgt die Ersparnis bis zu 141 Euro jährlich. "Es lohnt sich, die verschiedenen Kontomodelle der Hausbank genauer zu überprüfen", sagt Lietzau. "Wenn das aktuelle Konto zu teuer ist, kann ich schauen, ob es ein günstigeres Online-Kontomodell gibt, und wechseln."

Direktbanken greifen mit Niedrigpreisen an
Mit einem Wechsel zu einer Direktbank können Bankkunden noch mehr Geld sparen. Kein Wunder, dass Internet-Institute den etablierten Filialbanken zunehmend Konkurrenz machen. "Die Konten einiger Direktbanken sind deutlich günstiger als die von Banken mit Filialnetz. Denn bei Online-Banken fallen in der Regel noch mehr Kostenpunkte weg", sagt Lietzau. Manche Direktbanken verzichten generell auf eine Kontoführungsgebühr, auch wenn die Zahl der bedingungslosen Gratisangebote stark schrumpft. Andere offerieren Nulltarife immerhin bei einem gewissen Mindestgeldeingang. Kreditkarten gibt es, anders als bei den meisten Filialbanken, oft kostenlos zum Konto dazu. (fp)