Mehr als die Hälfte der Fondsselektoren haben zumindest einmal in den von ihnen betreuten Portfolios einen aktiv gesteuerten Fonds durch einen passiven ersetzt. Dies zeigt eine Umfrage des Datenanbieters Trackinsight in Kooperation mit IHS Markit und der Blackrock-Tochter iShares unter mehr als 300 professionellen Investoren aus 17 Ländern rund um den Globus. Die Analysten wollten dabei ergründen, wie Fondsselektoren passive Produkte einsetzen.

Die ETF-Einsatz ist unter den Befragten erstaunlich weit verbreitet. So gaben 36 Prozent der Umfrageteilnehmer an, mehr als 40 Prozent der von ihnen verwalteten Vermögens in ETFs zu investieren. Lediglich sechs Prozent verzichten bislang gänzlich auf deren Einsatz. Fast die Hälfte der befragten Fondsselektoren arbeitet wiederum selbst bei einem Asset Manager, fast jeder Fünfte ist unabhängiger Finanzberater und acht Prozent stammen aus dem Private Banking. Zusammengenommen betreuen die Teilnehmer der Befragung ein Vermögen von immerhin 277 Milliarden US-Dollar in ETFs.

Auch Gold geht passiv
Besonders gern setzen die Finanzprofis im Feld der weltweiten Aktien auf die Indexfolger. 68 Prozent greifen hier regelmäßig auf ETFs zurück. Bei Aktien aus Industrienationen sind es 66 Prozent, bei Schwellenländertiteln 53 Prozent. Weniger verbreitet sind ETFs indes, wenn es um Anleihen geht. Bei Staats- und Unternehmensbonds aus entwickelten Industrienationen greifen lediglich 38 Prozent beziehungsweise 36 Prozent der Teilnehmer auf ETFs zurück. Am seltensten nehmen die Profis im Feld der Hochzinsanleihen von Unternehmen aus den Schwellenländern ETFs ins Portfolios.

Allerdings erfahren Anleihe-ETFs in jüngster Zeit erhebliche Zuflüsse. Das Bild kann sich daher rasch wandeln. Im Bereich der alternativen Anlagen haben immerhin 40 Prozent der Fondsselektoren passive Vehikel auf Gold im Portfolio.

Kein Risiko erwartet
Gesteigerten Wert legen die Profi-Anleger auf die Liquidität der ihnen zur Auswahl stehenden ETFs. Mehr als 80 Prozent halten diesen Punkt für "wichtig" oder "sehr wichtig". Wie gut handelbar wiederum die den Wertpapierkörben zugrundeliegenden Titel sind, spielt für die Umfrageteilnehmer dagegen eine geringere Rolle.

Immerhin 62 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass Anleihen-ETFs in turbulenten Marktphasen leichter zu handeln sind als die entsprechenden Basisanleihen. Im Zuge der Coronakrise war es zu Irritationen über die Kursentwicklung bei Bond-ETFs gekommen. Nur sieben Prozent der Befragten denken, dass von der deutlichen Zunahmen des in passiven Vehikeln liegende Vermögens ein systematisches Liquiditätsrisiko ausgeht. (ert)