Die Bedeutung des gewerblichen Schaden-/Unfallgeschäfts wächst in Deutschland überproportional. Eine Studie der BBG Betriebsberatung hat die Sparte jetzt unter die Lupe genommen und die Schadenregulierung in diesem Segment aus Sicht der Makler ausgewertet.

Veränderte Courtagen im Geschäft mit Lebensversicherungen treiben nach Meinung von knapp einem Drittel der befragten unabhängigen Vermittler die Bedeutung des Komposit-Geschäfts nach oben. Den größten Einfluss auf die Gesamtzufriedenheit der unabhängigen Vermittler im Gewerbegeschäft haben Tarifpolitik, Preis-Leistungs-Verhältnis und Image, Verlässlichkeit beziehungsweise Fairness der Versicherer.

Am meisten wird derzeit die gewerbliche Sachversicherung vermittelt, sagen 79,6 Prozent der Befragten. Knapp dahinter liegt die Betriebshaftpflichtversicherung mit 79,4 Prozent (Mehrfachnennungen möglich). Danach kommt die Firmen-Rechtsschutzversicherung (66,1 Prozent) vor der Kfz-Flottenversicherung und der Maschinen- und Elektronikversicherung (je 61,7 Prozent). Die Cyberversicherung (44,8 Prozent) holt stark auf.

Die Top-3-Anbieter beim Umsatz der Makler
Das meiste Geschäft vermitteln Makler in den einzelnen Gewerbesparten laut Umfrage an diese Versicherer:

  • Bei der Betriebs-/Berufshaftpflicht ist die VHV Umsatzspitzenreiter, gefolgt von Allianz und Axa.
  • Bei den gewerblichen Sachversicherungen liegt Axa in der Maklergunst vor VHV und Allianz.
  • In der Cyberversicherung macht Hiscox den meisten Umsatz vor Allianz und Markel.
  • Bei Managerhaftpflicht-Policen (D&O) liegt Hiscox ebenfalls vorn – vor Allianz und R+V.
  • Für Gruppenunfall-Policen fühlen sich die Makler mit R+V am wohlsten, gefolgt von Allianz und einer Vierergruppe auf Rang 3: Gothaer, Interrisk, Rhion und VHV.
  • In der Kfz-Flottenversicherung dominiert traditionell Kravag – vor Allianz und VHV.
  • Beim gewerblichen Rechtsschutz geht das meiste Geschäft der Makler in identischem Umfang an Arag und KS/Auxilia. Auf Rang drei liegen Concordia und Roland gleichauf.
  • Technische Versicherungen (insbesondere Maschinen- und Elektronik-Policen) schließen Makler am liebsten bei R+V ab, gefolgt von Axa und Alte Leipziger.
  • Die Top-3-Anbieter in der Transportversicherung sind für Makler Mannheimer, Helvetia und R+V.
  • In der Vermögens- und Vertrauensschadenversicherung dominieren R+V, Allianz und Hiscox.

Schadenregulierung ist auch Maklersache
In einem Sonderteil der Umfrage geht es um die Schadenregulierung im gewerblichen Schaden-/Unfallgeschäft. Die Begleitung von Schadenregulierungen zählen 88,1 Prozent der Befragten zu ihren Aufgaben. Fast 78 Prozent halten dies für eine gemeinsame Aufgabe des Vermittlers und der Gesellschaften, während 28 Prozent darin in erster Linie eine Aufgabe der Versicherer sehen (Mehrfachnennungen erlaubt).

Persönlich betreut haben in den letzten zwölf Monaten 16 Prozent der Makler Schadenfälle in der Kfz-Flottenversicherung, 10,1 Prozent in der gewerblichen Sachversicherung und 9,6 Prozent in der Betriebshaftpflichtversicherung. Auch in der Transportversicherung (8,1 Prozent) gab es eine nennenswerte Betreuung von Schadenfällen durch Makler. In allen anderen Gewerbesparten blieb es bei maximal fünf Prozent Beteiligung der Vermittler bei der Schadenregulierung.

Die wichtigsten Leistungen und Defizite der Versicherer
Sehr wichtig sind den Maklern dabei von Seiten der Versicherer folgende Leistungen, die von über 96 Prozent der Befragten als nahezu gleichwertig eingestuft wurden: Erreichbarkeit der Ansprechpartner beim Versicherer, Regulierungsentscheidung und -begründung, kurze Regulierungsdauer, Hilfsbereitschaft der Ansprechpartner, einfache Schadenaufnahme, Fachkompetenz der Ansprechpartner, rasche Reaktionszeiten und das unkomplizierte Einreichen von Unterlagen zur Schadenregulierung.

Die größten Defizite bei den Versicherern im Schadenfall sehen 71,5 Prozent der Makler bei der zu langen Regulierungsdauer, 64,8 Prozent bei der Erreichbarkeit der Ansprechpartner und 61,9 Prozent bei der Transparenz des Schadenregulierungsprozesses (Mehrfachnennungen erlaubt). Bevorzugte Informationskanäle der Makler in diesem Prozess sind E-Mails, sagen 95,4 Prozent der Befragten. Fast neun von zehn Maklern wollen bei der Schadenregulierung auch über die Korrespondenz zwischen Versicherer und Kunde informiert werden.

Die jeweiligen Top-3-Versicherer bei der Schadenregulierung
Als beste Schadenregulier empfinden Versicherungsmakler diese Gesellschaften:

  • Betriebshaftpflicht: VHV, Die Haftpflichtkasse, Allianz.
  • Gewerbe-Sachversicherung: Allianz, Axa, VHV.
  • Kfz-Flottenversicherung: Kravag, VHV, Allianz.
  • Gewerbe-Rechtsschutz: KS/Auxilia, Arag, Concordia.
  • Technische Versicherung: R+V, Gothaer, Ergo.
  • Transportversicherung: Mannheimer, Helvetia, Alte Leipziger.
  • Vermögens- und Vertrauensschadenversicherung: Hiscox, R+V, Allianz.
  • Cyberversicherung: Hiscox, Allianz, Württembergische.
  • D&O-Versicherung: Hiscox, Allianz, Zurich.

Zur Methodik
An der Umfrage beteiligten sich 387 Makler und Mehrfachvermittler (85 Prozent Makler), die im Schnitt je 160 Gewerbekunden und knapp 890 Privatkunden betreuen. Das Durchschnittsalter lag bei 54,5 Jahren, die durchschnittliche Berufserfahrung bei 26,1 Jahren. (dpo)