Deutsche Anleger lassen sich von den Turbulenzen am Aktienmarkt nicht aus der Ruhe bringen, zeigt eine Umfrage des Vermögensverwalters Union Investment. Zwar machen sich 39 Prozent der Befragten Sorgen um ihre Ersparnisse, dennoch wollen zwei Drittel ihr angelegtes Geld lassen, wo es ist. "Immer mehr Anleger bleiben auch bei kurzfristigen Kursverlusten gelassen und setzen ihren Fokus auf den langfristigen Vermögensaufbau", sagt Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment. Nur 15 Prozent der Befragten denken darüber nach, ihr Vermögen umzuschichten, 14 Prozent wollen sich über Alternativen informieren. Ein Viertel plant, künftig wegen der steigenden Preise mehr zu sparen, während ein Großteil von 57 Prozent nichts am Sparverhalten ändern will.

Hinsichtlich der Anlageklassen gibt es zwei Favoriten der Umfrageteilnehmer: 75 Prozent halten Immobilien für inflationssicher, und 61 Prozent glauben, dass Gold gegen die Teuerung schützt. Mit einigem Abstand folgen Investmentfonds, Aktien und Rohstoffe, bei denen jeweils etwa ein Viertel der Befragten meint, dass sie auch in Inflationszeiten wertbeständig sind. Mehr als die Hälfte der Befragten hält Aktien weiter für eine attraktive Anlageform. Investmentfonds liegen knapp dahinter. Damit hat sich die Einstellung zu diesen Anlageformen zum Niveau vor Kriegsbeginn kaum verändert.

Mehrheit erwartet schwere Zeiten
Drei Viertel der Befragten rechnen mit einem Konjunkturabschwung in den kommenden sechs Monaten – ein Drittel mehr als noch im Vorquartal. Derart pessimistische Umfrageergebnisse gab es zuletzt während der Finanzkrise. Zudem erwarten mit 98 Prozent fast alle Befragten steigende Preise in diesem Zeitraum. 63 Prozent glauben, dass die Teuerung stark ausfallen wird. Als Grund für den Preisanstieg sehen die meisten den Angriff Russlands auf die Ukraine. Zusätzlich rechnen 62 Prozent damit, dass sich der Krieg auf die Energieversorgung auswirken wird, und fast die Hälfte erwartet massive Folgen für die deutsche Außenpolitik. (fp)