Beim geplanten Transfer der Aufsicht über Finanzanlagenvermittler mit Erlaubnis nach Paragraf 34f Gewerbeordnung (GewO) und Honorar-Finanzanlagenberater mit Erlaubnis nach Paragraf 34h GewO auf die Bafin klemmt es im Moment. Die für den vergangenen Freitag (19.6.) geplante, abschließende Beratung im Bundestag wurde verschoben.

Das Petersmann Institut für den unabhängigen Finanzberater hat die Situation, durch die den Vermittlern höhere Kosten drohen, zum Anlass genommen, eine Umfrage anzustoßen: "Wir wollten wissen, wie die heutige 34f- und 34h-Vermittler-Landschaft auf den bevorstehenden Wechsel unter die Bafin-Aufsicht reagieren wird, ob sie das Geschäft aufgeben wird, welche Alternativen sie in Betracht zieht und wie sich das unabhängige Finanzberatungsgeschäft unter dieser Prämisse entwickeln wird", sagt Hartmut Petersmann, Gründer und Geschäftsführer Instituts.

Je größer, desto entspannter
In der mit der DFP Deutsche Finanz Portfolioverwaltung entstandenen Studie haben der Pressemitteilung zufolge 101 Berater sowie "viele Stimmen aus der Branche" – von Produktgebern, die in diesem Segment tätig sind, über unabhängige Consultants bis hin zu Dienstleistern – Rede und Antwort gestanden. Tenor: Die Ergebnisse deuten auf größere Veränderungen in der Landschaft für Finanzanlagenvermittler hin. Tendenziell sehe es so aus, dass je größer der Investmentbestand sei, desto gelassener die Stimmung. Je kleiner der Bestand, desto eher würden Vermittler überlegen, Investmentgeschäft entweder ganz aufzugeben, den Bestand zu verkaufen oder unter ein Haftungsdach zu schlüpfen.

"Nach unserer Umfrage werden rund zwölf Prozent der Vermittler ihre Lizenz aufgeben. Branchenschätzungen dazu gehen von bis zu 40 Prozent aus. Die sogenannten 'Schubladenlizenzen', also jene, die lediglich wegen des Erhalts der Bestandspflegeprovision aufrechterhalten werden, erscheinen nicht mehr lohnenswert", so Petersmann.

Welches Haftungsdach soll es sein?
Insgesamt wollen fast 70 Prozent der gehobenen Finanzanlagenvermittler ihre Tätigkeit unter der Bafin-Aufsicht fortführen, heißt es in der Mitteilung weiter. Der Rest wolle das Geschäft einstellen oder grundsätzlich unter ein herkömmliches Haftungsdach schlüpfen – auch aus Kostenerwägungen heraus.

45 Prozent der Finanzanlagenvermittler seien aber noch unentschieden, ob sie den Weg alleine gehen möchten oder unter Zuhilfenahme einer sogenannten Vertriebsstelle, dem "Haftungsdach-light". Einig scheinen sich jedoch fast alle zu sein: Wenn schon ein Haftungsdach oder ein Haftungsdach-light, dann aber ohne Vorgaben, was die Fondsauswahl oder die Produktpalette schlechthin angeht. Alle Bestände sollen mitwandern, und ebenso sollen alle Plattformanbieter mit an Bord sein. (jb)