Umfrage zur Rentenreform: Finanzielle Sicherheit am meisten gewünscht
Die Bekämpfung von Altersarmut und ein stabiles Rentenniveau sind den Deutschen deutlich wichtiger als Fragen zur Finanzierbarkeit der Alterssicherung und die Stärkung der privaten Vorsorge. Dies zeigt eine Erhebung im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA).
Für die Mehrheit der Bundesbürger steht bei einer Reform der Alterssicherung die finanzielle Stabilität an erster Stelle. Das zeigt eine repräsentative Erhebung des Markt- und Sozialforschungsinstituts Insa Consulere im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Diese wurde wenige Tage nach Vorlage des Berichts der Alterssicherungskommission erstellt.
In der Umfrage nennen 36 Prozent der Teilnehmer die Bekämpfung von Altersarmut als oberste Priorität einer Reform. Weitere 21 Prozent sehen die Sicherung des Rentenniveaus als vorrangiges Ziel an. Damit stellen insgesamt 57 Prozent die Einkommenssicherheit im Alter in den Mittelpunkt ihrer Erwartungen. Deutlich seltener werden die langfristige Finanzierbarkeit der Alterssicherung (14%), die Begrenzung der Belastungen jüngerer Generationen (7%), die Stärkung der privaten Vorsorge (6%) oder die Förderung eines freiwillig längeren Erwerbslebens (5%) als wichtigste Reformziele genannt.
Unterschiede zwischen den Altersgruppen
Auffällig sind die Unterschiede zwischen den Generationen. Zwar steht die Bekämpfung von Altersarmut in allen Altersgruppen an erster Stelle. Ihre Bedeutung nimmt jedoch mit dem Alter deutlich zu. Während unter den 18- bis 29-Jährigen lediglich 25 Prozent dieses Ziel nennen, steigt der Anteil bei den 60- bis 69-Jährigen auf 49 Prozent. Gleichzeitig wächst die Bedeutung der Sicherung des Rentenniveaus kontinuierlich von acht Prozent bei den Jüngsten auf 30 Prozent bei den über 70-Jährigen.
Jüngere Menschen setzen hingegen andere Akzente. So sprechen sich 14 Prozent der 18- bis 29-Jährigen dafür aus, die Belastungen künftiger Generationen zu begrenzen. Im Bevölkerungsdurchschnitt sind es lediglich sieben Prozent. Bei den 60- bis 69-Jährigen liegt dieser Wert bei lediglich zwei Prozent.
Verschiedene Prioritäten
Auch zwischen Frauen und Männern zeigen sich Unterschiede. Frauen nennen die Bekämpfung von Altersarmut mit 41 Prozent deutlich häufiger als Männer mit 32 Prozent. Männer legen dagegen größeren Wert auf die langfristige Finanzierbarkeit der Alterssicherung (17% gegenüber 12%) sowie auf die Stärkung der privaten Vorsorge (8% gegenüber 4%).
"Die Empfehlungen der Alterssicherungskommission werden letztlich daran gemessen werden, ob sie soziale Sicherheit, Generationengerechtigkeit und finanzielle Tragfähigkeit miteinander verbinden können", erklärt DIA-Sprecher Peter Schwark. "Die Bevölkerung erwartet von einer Reform vor allem Antworten auf die grundlegenden Fragen der Alterssicherung – erst dann rücken einzelne Instrumente wie die private Vorsorge in den Blick", so Schwark. (am)














