Der Börsenboom beschert den unabhängigen Vermögensverwaltern in Deutschland rekordhohe Einnahmen. Das geht aus einer Analyse von App Audit hervor, über die das "Handelsblatt" berichtet. Der auf Finanzdienstleister spezialisierte Wirtschaftsprüfer hat die Geschäftsberichte von 250 Vermögensverwaltern ausgewertet.

Die Analyse bezieht sich auf das Geschäftsjahr 2019 – aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor. Doch der Boom dürfte anhalten, meint Wirtschaftsprüfer Jürgen App. "Neue Rekordzahlen sind sowohl für 2020 als auch für 2021 drin – nach jetzigem Stand", zitiert das "Handelsblatt" den Branchenkenner. Apps Argument: Die Einnahmen der Asset Manager sind in aller Regel an das verwaltete Vermögen gekoppelt. "Und das Kapital steigt mit den steigenden Börsenkursen, während die internen Kosten bei den Anbietern nicht so stark zulegen wie die Einnahmen", betont App.

Flossbach von Storch dominiert den Markt
Der Auswertung zufolge lagen die Nettoprovisionen der zehn größten deutschen Vermögensverwalter zuletzt bei 745 Millionen Euro. Davon entfallen allein beachtliche 497 Millionen Euro auf Flossbach von Storch. Das Kölner Erfolgsunternehmen konnte seine Einnahmen damit auf Jahressicht mehr als verdoppeln. DJE Kapital schafft es mit 54 Millionen Euro auf Rang zwei, gefolgt von Grüner Fisher Investments mit 51 Millionen Euro. PEH Wertpapier erreicht im App-Ranking der einnahmestärksten Vermögensverwalter den vierten Platz, Acatis kommt auf Rang fünf. Auch bei der Umsatzrentabilität (Nettoprovisionseinnahmen abzüglich Kosten relativ zu den Einnahmen) liegt Flossbach von Storch mit sagenhaften 95 Prozent weit vorn.


Wie gut sich die Geschäftszahlen von Flossbach von Storch auf Sicht von zehn Jahren entwickelt haben, hat FONDS professionell ONLINE hier grafisch aufbereitet.


Wirtschaftsprüfer App zufolge nimmt die Konzentration auf dem Markt der unabhängigen Vermögensverwalter zu. "Einige wenige große Häuser dominieren", zitiert ihn das "Handelsblatt". So lagen die Provisionseinnahmen aller untersuchten Anbieter bei rund 1,2 Milliarden Euro. Flossbach von Storch steht demnach für fast die Hälfte des Gesamtmarktes. (bm)