Die Covid-19-Pandemie kann die deutschen Sparer nicht erschüttern. In einer Umfrage von Union Investment gingen 69 Prozent der Teilnehmer davon aus, dass sich trotz der Krise an ihren eigenen finanziellen Verhältnissen in den kommenden sechs Monaten nichts ändert. Damit bauen nur unwesentlich weniger Anleger als im Vorquartal (72 Prozent) auf die Stabilität des Status Quo. Konsequenterweise wollen die Befragten überwiegend auch nichts an ihrer Geldanlage ändern. Fast zwei Drittel haben nicht vor, Geld umzuschichten. "Die deutschen Sparerinnen und Sparer haben in der Corona-Zeit Ruhe bewahrt", sagt Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment. Dieses Verhalten setze sich bis in den Herbst fort.

Die Zahl jener, die optimistisch in die Zukunft blicken, ist zuletzt sogar wieder gestiegen. Im zweiten Quartal gaben sich noch zwölf Prozent der Umfrageteilnehmer zuversichtlich – nun sind es 19 Prozent und damit ungefähr so viele wie vor dem Ausbruch der Pandemie. Parallel ist die Zahl der Pessimisten gesunken. Erstaunlich: Obwohl die Befragten überwiegend glauben, dass sich für ihre Finanzen nichts ändert, rechnen fast zwei Drittel von ihnen damit, dass sich die Wirtschaftslage in Deutschland eintrübt. Nur 13 Prozent zeigen sich mit Blick auf die Konjunktur für die kommenden sechs Monate optimistisch. "Das deckt sich mit unserer volkswirtschaftlichen Einschätzung", sagt Gay.

Altersvorsorge bleibt oberstes Sparziel
Das Interesse an ertragreicheren Anlagen ist zuletzt leicht gestiegen. Momentan halten es 42 Prozent der Befragten für sinnvoll, einen kleinen Teil ihres Geldes in Aktien oder ähnlich chancenreiche Anlagen zu investieren (Vorquartal: 39 Prozent). Männer zeigen sich dabei risikofreudiger als Frauen. Die Ziele, die die Deutschen mit der Geldanlage erreichen wollen, haben sich indes nicht verändert: An oberster Stelle steht die Altersvorsorge (81 Prozent), gefolgt von Rücklagenbildung für Notfälle (79 Prozent). Die beliebtesten Anlageklassen bleiben Immobilien (72 Prozent), Betriebsrenten (64 Prozent) und Gold (47 Prozent). Aktien liegen mit 42 Prozent Zustimmung auf Rang vier, gefolgt von Investmentfonds (37 Prozent). (fp)