Auf Service-Kapitalverwaltungsgesellschaften (Service-KVGen) kommen schwere Zeiten zu. Wachsender Kostendruck und schwindende Margen werden sie unter Druck setzen, prophezeit Bernd Vorbeck, der im Aufsichtsrat von Universal-Investment sitzt, im Interview mit dem "Handelsblatt". Ob das alle der in Deutschland aktiven Anbieter von Dienstleistungen rund um die Auflage und die Verwaltung von Investmentfonds stemmen werden, sei daher fraglich.

Als Ursache für die Misere der Service-KVGen macht Vorbeck die niedrigen Zinsen und die Regulierung aus, die es es institutionellen Anlegern erschweren, ihre Renditezusagen zu erfüllen. Gleichzeitig lasse der enorme Aufwand durch die Investmentsteuerreform, welche Vorbeck zufolge teurer als die Einführung des Euros war, und die Finanzmarktrichtlinie Mifid II die Gewinne der Anleger schrumpfen. 

Bereinigung am Markt für Service-KVGen erwartet
"Diesen Margendruck geben die Großanleger weiter an uns. Auf Dauer werden nur Fonds-Service-Plattformen überleben, die ein Wertpapiervolumen von mindestens 200 Milliarden Euro verarbeiten", sagt Vorbeck der Wirtschaftszeitung. Daher, so seine Einschätzung, könne sich die Zahl der aktuell acht Gesellschaften in Deutschland, die Vermögensverwaltern und anderen bei der Auflage und dem Betrieb eines Fonds helfen, halbieren. "In den nächsten fünf Jahren wird etwas passieren", so Vorbeck.

Er selbst gibt sich für die Zukunft entspannt – und glaubt weiter daran, auch trotz der Konsolidierung der Fondsindustrie weiter wachsen zu können: "Privatanleger investieren immer mehr in Fonds unabhängiger Vermögensverwalter, die auf Plattformen wie unsere setzen. Zudem wächst der Markt für Spezialfonds für Großinvestoren weiter. In den vergangenen Jahren sind in deutsche Spezialfonds jährlich rund 100 Milliarden Euro neues Kapital geflossen. Dieses Geld konzentriert sich immer stärker bei großen Fondsadministratoren, mittelgroße Anbieter verlieren", führt er aus. Der Grund für diese Konzentration sei der immer weiter steigende Aufwand für die Verwaltung der Portfolios. Kleinere Anbieter werden daher wohl irgendwann aufgeben müssen. (jb)