Der Robo-Berater Vaamo gehört mit einem grob geschätzten verwalteten Kundenvermögen von 85 Millionen Euro zu den größten digitalen Vermögensverwaltern hierzulande. In einem kurzen Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) hat Oliver Vins, Co-Gründer und Vorstand, den Beratungsprozess des Fintechs erklärt – und sich dabei zumindest ein bisschen in die Karten schauen lassen. So berichtet er, dass bei weitem nicht jeder Kunde des Fintechs wird.

Vaamo und andere Anbieter einer vollautomatischen Vermögensverwaltung haben natürlich auch die wichtige Geeignetheitsprüfung vor Abschluss einer Anlage digitalisiert. "Der Kunde muss etwa 15 Fragen beantworten. Dabei versuchen wir etwa herauszufinden, was seine Ziele der Geldanlage sind, wie lange er das Geld anlegen und welche Rendite er erzielen möchte, und dann erhält er einen Anlagevorschlag", erklärt Vins. Zusätzlich werde die persönliche Risikotragfähigkeit ermittelt, etwa durch die Frage nach dem monatlichen Einkommen, und wie sehr man Verluste verkraften kann. Auch eine Mindestreserve von drei Monatsgehältern sollte der Kunde vorhalten.

Knapp ein Fünftel wird abgelehnt
Dabei komme es nicht selten vor, dass Interessenten einen Korb von dem Fintech bekommen. "Zehn bis 20 Prozent der Anfragen werden abgelehnt, weil Kunden zu risikoscheu sind oder eine zu geringe Risikotragfähigkeit besitzen", sagte Vins der SZ. Wie viele Kunden ihn und sein Team das in absoluten Zahlen gekostet hat, verriet er aber nicht. Nur so viel ließ er sich entlocken: "Im Schnitt hat ein Kunde etwa 10 000 Euro angelegt. Eine Mindestanlagesumme gibt es jedoch bei uns nicht."

Die vorhandenen Robo-Kunden können sich durchaus freuen: Wer seit Mai 2015 dabei ist, erzielte mit dem automatisierten Vaamo-Musterportfolio eine Rendite von 11,6 Prozent, wie der jüngste Echtgeld-Test von Robo-Beratern auf dem deutschen Markt zeigt, den Brokervergleich.de regelmäßig durchführt. (jb)