Was macht eigentlich Andrea Nahles? Die CDU/CSU jedenfalls hat ein Programm für die Bundestagswahl im Herbst vorgelegt, das beim Punkt "Vorsorgereform" verblüffenderweise stark an Vorschläge aus dem Beritt der im Herbst 2017 abgetretenen SPD-Sozialministerin erinnert. Einen konkreten Vorstoß der Christdemokraten kritisiert der Vermittlerverband Votum nun scharf: Die Einführung eines abschlusskostenfreien Standardproduktes für Arbeitnehmer.

Die Unionsfraktionen wollen den Neustart der staatlich geförderten Vorsorge wagen. Ihr Plan: Ein verpflichtendes Standardprodukt, das auch ohne Kapitalgarantie auskommt. In dieses zahlen Arbeitnehmer automatisch ein, so die Idee – es sei denn, Beschäftigte widersprechen ausdrücklich. Im Kern steckt das sogenannte Opting-Out-Modell, wie es die "Nahles-Rente" vorsah. Zudem soll das Produkt ohne Abschlussgebühren ausgestattet werden, um die Verwaltungskosten möglichst niedrig zu halten.

"Realitätsfern"
Das Statement des Votum-Verbandes lässt an Schärfe nichts vermissen: "Das Ziel von CDU und CSU, die Riester-Rente durch ein obligatorisches Standardprodukt für alle Arbeitnehmer ohne Abschlusskosten zu ersetzen, zeigt einen realitätsfernen Irrglauben", sagt Votum-Vorstand Martin Klein. Der Verbandschef begründet seine Ablehnung unter anderem damit, dass eine vernünftige finanzielle Absicherung für das Alter ohne professionelle Beratung nicht möglich sei. "Wer soll den zusätzlichen Absicherungsbedarf der Erwerbstätigen ermitteln? Wer hilft ihm oder ihr bei der Entscheidung für das richtige Garantieniveau?", fragt Klein rhetorisch. 

Die Unions-Parteien haben aber noch mehr Ideen zur künftigen Rentenausgestaltung. Dazu zählt das Konzept einer neuen kapitalgedeckten Altersvorsorge. "Dafür kann eine Generationenrente für eine Altersvorsorge von Geburt an ein guter Baustein sein", steht wörtlich in dem Papier. Konkret soll der Staat für jeden Bürger monatlich in einen Pensionsfonds einzahlen, der aber vor dem Zugriff der Regierung und der Behörden geschützt werden soll. Außerdem fasst die Partei ins Auge, dass Selbstständige ebenfalls verpflichtend für ihren Ruhestand vorsorgen müssen. (jb)