Immer mehr Menschen wollen mit gutem Gewissen investieren. Ökologisch und ethisch korrekte Investments liegen im Trend. Ehe man sein Geld in grüne Anlageprodukte steckt, sollte man sich allerdings einige grundlegende Fragen stellen, sagt Marc-Oliver Lux von der Münchner Vermögensverwaltung Dr. Lux & Präuner. Dazu gehört: Wie viel Geld kann ich beiseitelegen? Wie lange kann ich darauf verzichten? Was ist mein Anlageziel – die langfristige Altersvorsorge oder etwa der Kauf einer Immobilie? Welche Risiken will ich eingehen?

Anleger sollten zunächst entscheiden, welchen Teil ihres Kapitals sie in Produkte mit höherem Risiko wie etwa Aktienfonds investieren und welchen Teil sie in konservativeren Anlagen wie Rentenfonds oder sogar auf dem Tagesgeldkonto unterbringen wollen, rät Lux. "Erst dann kommt das Thema Nachhaltigkeit", sagt er.

Öko-Investments bauen ihren Renditevorsprung aus
Haben Anleger erst entschieden, wie viel Geld sie in ESG-Anlagen investieren, können sie sich auf potenziell höhere Erträge freuen, sagt der Vermögensverwalter. "Weil die Nachfrage nach nachhaltigen Investments steigt, werfen diese Anlagen zunehmend mehr Rendite ab als ihre nicht-nachhaltigen Pendants, aus denen tendenziell Geld abfließt." In den vergangenen zehn Jahren brachten etwa nachhaltige globale Aktienfonds pro Jahr eine durchschnittliche Mehrrendite von einem halben Prozentpunkt. "Dieser Vorsprung wuchs im vergangenen Jahr auf 3,1 Prozentpunkte", berichtet Lux.

Passend zur steigenden Nachfrage können Anleger heute auf ein großes Angebot an ESG-Investmentprodukten zugreifen. Das kann allerdings bisweilen die Entscheidung erschweren, sagt Lux. "Von aktiv gemanagten Fonds bis hin zu ETFs und Direktinvestments gibt es offenbar kein Finanzprodukt für Privatanleger, das nicht mittlerweile auch in vielfältigen nachhaltigen Versionen erhältlich ist." (fp)