Den meisten Deutschen ist klar, dass sie privat vorsorgen müssen, um ihren Lebensstandard ab Rentenbeginn halten zu können. Die Sparquote liegt im Schnitt bei 9,9 Prozent. "Allerdings sparen die meisten Haushalte falsch", warnt Markus Richert, Certified Financial Planner (CFP) und Seniorberater Vermögensverwaltung bei Portfolio Concept Vermögensmanagement. "In der Regel wird das Kapital zu konservativ und damit zu ertragsschwach angelegt", sagt er. Stattdessen sollten Sparer auf einen Vermögensaufbau achten, bei dem neben Geldwerten auch Sachwerte wie Aktien, Immobilien, Rohstoffe, Gold und Silber einen Platz einnehmen. "Dabei könnten Wertpapierdepots eine Aktienquote von 100 Prozent durchaus vertragen", erklärt Richert. 

Die starke Fokussierung auf Geldwerte hält der Experte für problematisch: "Die meisten Haushalte gehen dabei ein immenses Klumpenrisiko ein", sagt er. Die Deutschen horteten immer noch am liebsten Bargeld oder parkten Liquidität trotz der Niedrigzinsen auf Giro- oder Tagesgeldkonten. Auch Versicherungen und Pensionseinrichtungen sind beliebt. Denn: Die gesetzliche Rente wirke wie eine deutsche Staatsanleihe und stelle damit ebenfalls einen Geldwert dar, erläutert Richert. "Grundsätzlich sollten Investitionen nach Abzug der Inflationsrate eine positive Rendite erzielen, um das Vermögen zu erhalten. Diesen Anspruch erfüllen derzeit weder Tagesgeld, noch deutsche Staatsanleihen", sagt er. 

Neue Gefahr: Steigende Inflation
Seit diesem Jahr zieht die Inflationsrate merklich an. Rentenleistungen sind der Inflation nahezu schutzlos ausgeliefert. "Bei einer Inflationsrate jenseits der vier bis fünf Prozent würden die Renten massiv leiden. Sachwerte dagegen sind wesentlich besser gegen das Inflationsrisiko geschützt", sagt Richert. Der Experte rät, frühzeitig einen privaten Finanzplan aufzustellen. Je eher Anleger sich mit dem Alter beschäftigten, desto leichter sei möglich, sogar ein paar Jahre früher in den Ruhestand zu gehen. Und das sei schließlich das Ziel der meisten Arbeitnehmer. (fp)