Die unabhängigen Vermögensverwalter in Deutschland haben 2018 im Mittel ihre Kundenzahl um rund 25 Prozent gesteigert. Dies zeigt eine Umfrage des Instituts für Vermögensverwaltung an der Hochschule Aschaffenburg. So stieg die Zahl der Kunden pro Anbieter im Median von 221 im Jahr 2017 auf 301 im Folgejahr an. Vor allem die größeren Häuser mit mehr als 150 Millionen Euro an verwaltetem Vermögen haben neue Mandanten hinzugewonnen. Das Institut befragt jedes Jahr die in Deutschland aktiven Vermögensverwalter.

Auch das betreute Volumen konnten die Anbieter steigern. Der Medianwert des verwalteten Vermögen legte um zehn Prozent auf 166 Millionen Euro zu. "Dieses Wachstum ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass 2018 wegen der schwierigen Finanzmärkte auf der Ertragsseite ein eher problematisches Jahr war", sagt Professor Hartwig Webersinke, Leiter des Instituts für Vermögensverwaltung und Dekan für Wirtschaft und Recht an der Technischen Hochschule Aschaffenburg. Lediglich die kleineren Häuser verzeichneten einen Rückgang des betreuten Vermögens.

Verlockende Karrierealternative
Angesichts der insgesamt gute Lage stocken die unabhängigen Vermögensverwalter ihre Belegschaft auf. Insbesondere große Anbieter mit mehr als einer halben Milliarde Euro verwaltetem Vermögen heuerten 2018 neue Mitarbeiter an. Im Schnitt kamen in dieser Gruppe vier neue Kollegen je Unternehmen hinzu. Die meisten Anbieter wollen der Umfrage zufolge auch künftig an dem personellen Ausbau festhalten. "Angesichts des Umbruchs in der Bankenlandschaft – aktuelles Stichwort Deutsche Bank – erscheint die unabhängige Vermögensverwaltung für hochqualifizierte Bankmitarbeiter als eine interessante Karrierealternative", meint Institutsleiter Webersinke. (ert)