Das Fondsuniversum wächst und wächst. Für Investoren und Anlageberater wird es immer schwieriger, in der Produktflut das Passende zu finden. "Eine sinnvolle Auswahl von Investmentfonds setzt eine langjährige Erfahrung voraus", sagt Gerd Häcker, Geschäftsführer der Münchner Vermögensverwaltung Steinbeis & Häcker. Er gibt Tipps, worauf man bei der Fondswahl achten sollte. 

Einer der Kapitalfehler, der selbst professionellne Beratern unterläuft, ist nach Häckers Erfahrung der Blick auf die Wertentwicklung der Vergangenheit. Vergangene Erfolge werden oft als richtungsweisend für die Zukunft betrachtet. Fonds, die zuletzt gut gelaufen sind, haben dadurch mitunter so hohe Zuflüsse, dass sie ihre Anlagestrategie nicht mehr vernünftig umsetzen können und deshalb in den Folgejahren enttäuschen.

Keinen Geniekult betreiben
Ein gestiegener Fondspreis ist gut und schön – Anleger sollten aber hinterfragen, worauf der Anstieg beruht, rät Häcker: "War es wirklich die Leistung des Fondsmanagements, oder lag es einzig und allein an der Anlageklasse, die durch Kursanstiege überzeugte?" So legten in den vergangenen Jahren etwa viele Rentenfonds allein durch die sinkenden Zinsen zu, nicht durch das Können der Manager. "Anleger müssen sich zuerst ein Bild über die Zukunft der Anlageklasse verschaffen", sagt der Vermögensverwalter.

Interessenten sollten sich anschauen, ob Fondsmanager systematische Anlageerfolge erzielt haben oder nur bei einigen großen Wetten richtig lagen. Viele kleine, richtige Entscheidungen versprechen mehr Verlässlichkeit als wenige gewagte Wetten. Darüber hinaus sollten sich Anleger mit den Papieren rund um einen Fonds befassen, mit Halbjahres- und Jahresbericht sowie dem Factsheet. Daraus könne man ersehen, wie häufig der Fondsmanager das Portfolio umschichtet und wie hoch er einzelne Werte gewichtet. Je breiter die Streuung und je niedriger die Umschlagshäufigkeit, als desto weniger spekulativ sei der Fonds einzuordnen. (fp)