Muss man jugendlich-agil sein, um an der Börse zu investieren? Das scheinen jedenfalls zahlreiche Menschen zu glauben. "Viele Sparer denken, dass sie zum Anlegen eigentlich schon zu alt sind", sagt Marc-Oliver Lux von der Vermögensverwaltung Dr. Lux & Präuner in München. Das stimmt aber nicht – nicht zuletzt deshalb, weil die Lebenserwartung heute viel höher ist, als die meisten wissen. "Von einem Paar wird ein Partner in neun von zehn Fällen 80 Jahre, bei der Hälfte sogar 90 Jahre alt", sagt Lux. Umso wichtiger wird die Vorsorge, die man durchaus auch noch mit 60 Jahren angehen kann. "Auch wer einen Teil seines Ersparen vererben möchte, sollte es nicht durch die Inflation aufzehren lassen", sagt der Experte.

Mit Sparprodukten kommt man im puncto Rendite nicht mehr weit. "Es ist nicht zu erwarten, dass die Zinsen auf Sparanlagen auf absehbare Zeit steigen werden", sagt Lux. Selbst wenn die Notenbanken irgendwann damit beginnen, das Zinsniveau wieder anzuheben, dürfte es insgesamt deutlich niedriger bleiben als in der Vergangenheit. Zugleich ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Inflation in den kommenden Jahren steigt. Wer dann kein Geld verlieren will, sollte über Aktien nachdenken, rät der Anlageprofi.

Früh anfangen lohnt sich
Je früher man ein Anlageportfolio aufbaut, desto besser. Die Ausschläge an den Börsen fallen über einen langen Zeitraum hinweg weniger stark ins Gewicht, zudem kommt der Zinseszinseffekt zum Tragen. "Es lohnt sich, möglichst früh mit der Geldanlage zu beginnen", betont Lux. Auch Spätzünder können aber einiges tun, um ihr Verlustrisiko zu begrenzen. Sie sollten sich etwa nicht von Emotionen leiten lassen, nicht versuchen, cleverer zu sein als der Markt, und nicht mit Markttiming experimentiere. Für den Anlageerfolg ist es zudem entscheidend, dass man sein Kapital breit streut, sagt Lux. Eine sorgfältige Diversifizierung reduziert die Schwankungsbreite des Portfolios. (fp)