Eigentlich klingt alles ganz logisch: Wer defensiv Auto fährt, muss niedrigere Prämien für die Kfz-Versicherung bezahlen. Wer gesund lebt und Sport treibt, wird dafür von der Lebensversicherung belohnt. Immerhin drei von zehn Menschen in Deutschland (29%) würden gerne solche individualisierten Versicherungsangebote nutzen, bei denen sie ihrem Anbieter persönliche Daten über ihr Verhalten zur Verfügung stellen. Unter den 18- bis 29-Jährigen liegt der Anteil mit 41 Prozent noch deutlich höher. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 1.004 Personen in Deutschland ab 18 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. 

Allerdings haben 45 Prozent aller Befragten (37% der 18- bis 29-Jährigen) Vorbehalte, dass solche Tarife insgesamt zu steigenden Prämien führen. Jeder Zehnte befürchtet sogar, bei individualisierten Angeboten vielleicht gar keine Versicherung mehr abschließen zu können. Und unabhängig vom Alter sind 51 Prozent der Meinung, dass von personalisierten Angeboten vor allem die Versicherungsunternehmen profitieren würden.

Politik soll individualisierte Policen fördern
Das Lager der Befürworter von personalisierten Versicherungen meint laut der Studie dagegen, dass diese Policen gerechter sind, weil der Einzelne stärker für sein eigenes Risiko einstehen muss. Jenes Drittel, welches diese Versicherungen wünscht, plädiert laut der Studie sogar dafür, dass die Politik die Nutzung von Daten für Versicherungen erleichtert. 

"Digitale Technologien erlauben es den Versicherungsunternehmen, Risiken genauer zu berechnen als in der Vergangenheit, wo nur ungenaue Informationen wie Alter und Beruf Grundlage für Prämienberechnungen waren", kommentiert Bitkom-Präsident Achim Berg die Erhebung. "Wenn sichergestellt ist, dass der Kunde seine Einwilligung zur Nutzung der Daten aktiv gegeben hat und niemand diskriminiert wird, kann jeder Einzelne profitieren." (jb)