Die deutschen Versicherungsvermittler haben 2020 fleißig gelernt. Die Brancheninitiative "Gut Beraten", die sich die Weiterbildung der Vertriebsmitarbeiter in der Assekuranz auf die Fahne geschrieben hat, meldet, dass im vergangenen Jahr 11.617 neue sogenannte Bildungskonten eröffnet wurden. Das sind im Jahresdurchschnitt monatlich fast 1.000 neue Konten. Ende 2020 zählte die Initiative daher 149.406 aktive Bildungsnachweise, abzüglich von knapp 10.000, die etwa wegen beruflicher Veränderung, Ruhestand oder zweijähriger Inaktivität nicht mehr berücksichtigt wurden. Das entspreche einem Zuwachs von 1,1 Prozent gegenüber Ende Dezember 2019.

Ferner schreibt sie in einer Pressemitteilung, dass bis zum Silvesterabend 2020 insgesamt 89.133 "Gut-Beraten-Teilnehmer" die Weiterbildungsverpflichtung nach der Versicherungsvermittlerrichtlinie IDD in Höhe von 15 Stunden im Jahr erfüllt haben. Angesichts der knapp 200.000 registrierten Versicherungsvermittler ist das auf den ersten Blick nicht viel. Die Initiative betont aber, dass der Umfang der dokumentierten Weiterbildungszeiten aufgrund der möglichen Nachtragungen bis zum Jahresende erfahrungsgemäß noch deutlich steigen werde.

Corona mischt die Lernformen auf 
Wie seit dem Beginn der Pandemie zeigen die E-Learning-Varianten auch im vierten Quartal 2020 enorme Zuwächse: Das selbstgesteuerte E-Learning mit Lernerfolgskontrolle sowie das gesteuerte E-Learning kommen mit jeweils 78 oder 12 Prozent zum Jahresende 2020 auf einen Anteil von insgesamt 90 Prozent an allen erfassten Lernformen. Die Präsenzveranstaltungen verzeichnen dagegen lediglich neun Prozent. 

Die Corona-Pandemie hat laut Gerald Archangeli, Vizepräsident des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) und Vorsitzender des Trägerausschusses der Initiative, vielerorts die vertrieblich Tätigen vor Herausforderungen und Veränderungsbedarf gestellt. "Dennoch haben die aktiven Teilnehmer von 'Gut Beraten' diese Hürden überwunden und umfangreich in ihre Weiterbildung investiert. Vor allem haben sie dabei die Möglichkeiten des E-Learning genutzt", sagt er. (jb)