Seit 1. August 2020 gilt in Deutschland die neue Finanzanlagenvermittlungsverordnung. Für Berater bedeutet das einen Mehraufwand, der durch unterschiedliche Hilfsmittel wieder verringert werden kann. Dabei zeigen sich nach einer Befragung durch die Fondsplattform Moventum zwei Trends: Zum einen, dass digitale Tools durchaus ihren Platz haben. Zum anderen, dass die Vermittler umso mehr auf eine persönliche Betreuung setzen und teilautomatisierte Tools nutzen, je größer das Vermögen des Kunden ist.

"Wir haben gezielt nach Feedback gefragt und können so ein ganz gutes Stimmungsbild abgeben, ohne dass es sich um repräsentativ erhobene Daten handelt", sagt Swen Köster, Head of Sales Germany bei Moventum. Im Prinzip zeige sich dabei ein ähnlicher Aufbau wie bei der Nutzung von Robo-Advisors: "Je mehr es um ein Standard- oder Massengeschäft geht, desto mehr wünschen sich Berater eine vollständig digitale Lösung, bei der sie am Ende nur noch auf einen Knopf drücken müssen und alles ist erledigt", sagt Köster.

Teilautomatische Lösung bei vermögenden Kunden bevorzugt
Je höher allerdings die Vermögen der Kunden und je größer auch die Einzel-Aufträge für die Berater sind, desto mehr wünschen sich Berater die Möglichkeit teilautomatisierter Lösungen. "Das beinhaltet auch, dass vollständig digitale Unterstützungsleistungen eher abgelehnt werden", so der Vertriebschef der Plattform. "Hier schneiden hybride Modelle am besten ab." Als hybride Modelle gelten solche, bei denen zwar auf elektronischem Weg Hilfestellungen und Vereinfachungen ermöglicht werden, aber immer noch ein persönlicher Ansprechpartner im Hintergrund zur Verfügung steht.

"Das gilt nach unserer Beobachtung umso mehr, als dass viele der angekündigten Digitalformate noch einige Kinderkrankheiten aufweisen", sagt Köster weiter. Das gelte vor allem bei komplexeren Fragestellungen, manchmal aber auch bei ganz simplen Unverträglichkeiten der verwendeten Systeme mit den von Beratern genutzten Programmen, Browsern oder auch Hardware. (jb)