Der Fondsanbieter HSBC Global Asset Management (HSBC Global AM) hat drei börsengehandelte Indexfonds (ETFs) mit Fokus auf nachhaltige Aktien an der Londoner Börse notiert. Die drei Fonds investieren in Wertpapiere der Regionen Europa, Japan und USA, teilte die Gesellschaft mit. Die ETFs fußen auf neu geschaffenen Barometern, die HSBC AM zusammen mit dem Indexanbieters FTSE Russell entwickelt hat. Die ETFs sollen an weiteren europäischen Börsen notiert werden. Zudem plant das Haus, nachhaltige Fonds mit Fokus auf Industrieländer, Schwellenländer und den asiatisch-pazifischen Raum ohne Japan aufzulegen.

Das Fondshaus reiht sich damit in den Trend zu nachhaltigen Geldanlage ein, der auch bei passiven Investments zunehmend Anklang findet. So hatte erst wenige Tage zuvor der Fondsanbieter Fidelity eine nachhaltige ETF-Serie lanciert. Die Aktienauswahl fußt dabei auf dem hauseigenen Nachhaltigkeitsrating der Fidelity-Analysten. Der französische Fondsriese Amundi wiederum hatte seine bestehende Palette an ethisch, ökologisch und sozial (ESG) verantwortungsbewusst investierenden ETFs um weitere Vehikel ergänzt.

Weg zu einer kohlenstoffärmeren Wirtschaft
Die neuen HSBC-ETFs wiederum legen bestimmte Schwerpunkte. "Unsere neuen ETFs gehen über die traditionellen nachhaltigen ETF-Produkte hinaus, indem sie von FTSE Russell entwickelte Indizes nachbilden, die einem innovativen Drei-Faktor-Ansatz folgen", erläutert Olga De Tapia, Leiterin des ETF-Vertriebs bei HSBC AM. "Durch diesen Ansatz fokussieren wir uns auf genau die Unternehmen, die auf dem Weg zu einer kohlenstoffärmeren Wirtschaft sind."

Konkret handelt es sich um diese drei Faktoren: eine ESG-Bewertung durch Russell, den CO2-Ausstoß sowie den Verbrauch fossiler Brennstoffe der Unternehmen. "Zusätzlich zum ESG-Score werden CO2-Emissionen als eigenständiges Kriterium der Indizes erfasst, um sicherzustellen, dass die Auswirkungen der CO2-Emissionen ausreichend Berücksichtigung erfahren", heißt es in der Mitteilung. "Der Verbrauch fossiler Brennstoffe als Kriterium soll zugleich gewährleisten, dass die Indizes Aktien von Unternehmen mit einem geringen Verbrauch enthalten, darunter auch Unternehmen aus dem Bereich alternativer Energien."

ETF-Geschäft massiv ausbauen
Durch diese Schritte soll die ESG-Bewertung gegenüber den herkömmlichen Indizes um 20 Prozent verbessert werden. Die Auswahl zielt zudem darauf ab, einen um 50 Prozent geringeren Kohlenstoff-Ausstoß und eine ebenso hohe Reduktion beim Verbrauch fossiler Brennstoffe zu erreichen, heißt es in der Mitteilung weiter. Der Ansatz von HSBC und Russell umfasse zudem eine Ausschlussliste auf der Grundlage der UN Global Compact-Prinzipien und anderer Nachhaltigkeitsfaktoren.

"Immer mehr Anleger haben den Wunsch, durch nachhaltiges Investieren Veränderungen zu bewirken", begründet Xavier Desmadryl, weltweiter Leiter des ESG-Research bei HSBC AM, die Entscheidung zur Auflage nachhaltiger ETFs. "Langfristige Aktienrenditen kommen dabei zunehmend von Unternehmen, die Umwelt-, Sozial- und Governance-Praktiken effektiv umsetzen. Wir möchten alle Unternehmen ermutigen, ein hohes Maß an Transparenz im Umgang mit ESG-Themen und –Risiken herzustellen."

Der Asset Manager kündigte zudem an, das Geschäft mit passiven Produkten deutlich auszubauen. So sollen Anleihen- und Edelmetall-ETFs folgen. Derzeit verwaltet HSBC AM 60 Milliarden Dollar in passiven Strategien und acht Milliarden in ETFs. (ert)

 

NameISINGesamtkosten p.a.
HSBC Europe Sustainable Equity ETFIE00BKY55W780,15%
HSBC Japan Sustainable Equity ETFIE00BKY55S330,18%
HSBC USA Sustainable Equity ETFIE00BKY40J650,12%
   
Quelle: Anbieter; Stand: 5. Juni 2020