Wie lässt sich das Erbe fair aufteilen? Welche Bedeutung hat Geld in der Beziehung? Warum fällt es manchen Menschen so schwer, die eigentlich längst gefällte Anlageentscheidung tatsächlich umzusetzen? Viele Berater treffen bei ihren Kunden auf Fragen, die wenig mit einer klassischen Anlageberatung oder Finanzplanung zu tun haben. In solchen Fällen kann ein Finanzcoaching helfen.

"Der Coach arbeitet an Fragen, auf die Google keine Antwort weiß", sagt Monika Müller, Gründerin von FCM Finanz Coaching in Wiesbaden. "Darum gibt es auch keine digitalen Tools und Apps, die den Coach ersetzen könnten." Müller bezeichnet Coaching als "wirklich persönliche Dienstleistung". Das wiederum macht die Aufgabe für Berater interessant: Offensichtlich ist Finanzcoaching ein Arbeitsgebiet, auf dem die Digitalisierung so schnell keine Jobs zerstören kann.


In der Bilderstrecke oben berichten Berater, wie sie zum Finanzcoaching kamen und was diese Dienstleistung ihrer Meinung nach ausmacht – einfach weiterklicken!


Müller versucht, den Unterschied zwischen Finanzberatung und -coaching anhand eines Vergleichs zu veranschaulichen: "Sowohl Berater als auch Coachs arbeiten mit Fragen, die Zielsetzung ist jedoch eine andere: Der Berater möchte in erster Linie Informationen sammeln, um geeignete Empfehlungen zu geben. Der Coach dagegen stellt Fragen, um Denkprozesse bei seinem Klienten, dem Coachee, anzustoßen – sie werden auch 'wirkungsvolle' Fragen genannt." Sie sieht Coaching und Beratung als komplementär an. "Die Dienstleistungen ergänzen sich gut, das eine kann das andere aber nicht ersetzen", sagt sie.

"Jeder kann sich Coach nennen"
Es gibt mehrere Wege, sich zum Finanzcoach weiterzubilden. Manche Berater absolvieren eine klassische Coaching-Ausbildung, andere durchlaufen Müllers Seminarprogramm zum "FCM Finanz Coach", das 200 Stunden beansprucht und den Stempel der International Coach Federation (ICF) trägt, dem weltweit größten Coaching-Berufsverband.

Einige Marktteilnehmer sparen sich einen solchen Aufwand allerdings und bezeichnen sich trotzdem als Finanzcoach. "Coaching ist leider kein geschützter Begriff. Jeder kann sich so nennen", sagt Hans-Joachim Barth aus Ulm, der seit 1997 selbständig tätig in der ganzheitlichen Finanz- und Vermögensplanung tätig ist. "Für Kunden ist es darum wichtig, darauf zu achten, dass gewisse Standards eingehalten werden. Wenn ein Vermittler nur 'Finanzcoach' auf seine alte Dienstleistung schreibt, ist dem Kunden damit wenig geholfen." (bm)


Einen ausführlichen Artikel über Finanzcoaching lesen Sie in FONDS professionell 2/2019 ab Seite 268. Angemeldete FONDS professionell KLUB-Mitglieder können den Beitrag auch hier im E-Magazin abrufen.