Vanguard verwaltet erstmals mehr Geld in börsengehandelten US-Fonds als Blackrock. Darauf weist die Nachrichtenagentur "Bloomberg" hin. Demnach betreut der Asset Manager aus Pennsylvania aktuell rund 4,39 Billionen Dollar in 116 ETFs, die in den Vereinigten Staaten vertrieben werden. Blackrock kommt demnach nur noch auf 4,36 Billionen Dollar.

Für die insgesamt 15,2 Billionen Dollar schwere US-ETF-Branche ist das ein bedeutender Wachwechsel: Der weltgrößte Vermögensverwalter mit Sitz in New York hatte das Ranking der größten ETF-Anbieter in den USA "Bloomberg" zufolge seit dem Jahr 2003 angeführt. Global gesehen liegt Blackrock übrigens weiterhin vorne: Rund um den Globus sind mehr als sechs Billionen Dollar in iShares-ETFs investiert, die börsengehandelten Vanguard-Produkte kommen nur auf 4,9 Billionen Dollar.

Die iShares-ETFs kosten im Schnitt das Vierfache
Beobachter führen den Erfolg von Vanguard im Wesentlichen auf zwei Faktoren zurück: Zum einen konzentriert sich der Asset Manager auf eine vergleichsweise überschaubare Produktpalette. Zwar stieg auch Vanguard ins Boom-Segment der aktiv gemanagten ETFs ein, bekannt ist das Unternehmen aber immer noch vor allem für seine Fonds auf Standardindizes. Während Blackrock in den USA mehr als 480 ETFs anbietet und damit fast jede Assetklasse abbildet, fokussiert sich Vanguard mit den erwähnten 116 börsengehandelten Fonds auf die wichtigsten Anlagesegmente.

Zum anderen – und das ist mutmaßlich der noch wichtigere Aspekt – punktet Vanguard mit einer sehr aggressiven Preispolitik. Die volumengewichtete Durchschnittsgebühr der Vanguard-ETFs beziffert "Bloomberg" auf gerade mal vier Basispunkte. Bei Blackrock liegt das Entgelt im Schnitt bei 16 Basispunkten, also vier Mal so hoch.

Gigantischer Absatzerfolg mit einem S&P-500-Tracker
Allein seit dem Beginn dieses Jahres pumpten Anleger unter dem Strich 291 Milliarden Dollar in die amerikanischen Vanguard-ETFs, Blackrock kam nur auf knapp 120 Milliarden Dollar. Besondere Absatzerfolge feierte Vanguard mit einem Indexfonds auf den S&P 500, der seit Jahresbeginn netto stolze 113 Milliarden Dollar einwarb – und damit vor wenigen Tagen als weltweit erster ETF die Schwelle von einer Billion Dollar an verwaltetem Vermögen überschritt. (bm)