Vorsorge-Studie: Jeder Fünfte verlässt sich allein auf die Rentenkasse
Laut einer Befragung durch Allianz Leben erwarten 78 Prozent der Deutschen Renteneinkünfte aus der gesetzlichen Rente, aber nur 33 Prozent aus Kapitalanlagen. Besonders junge Menschen setzen allerdings zunehmend auf Kapitalanlagen, während viele Ältere allein auf die gesetzliche Rente vertrauen.
Die Deutschen sorgen im Durchschnitt mit nur 2,1 Vorsorgebausteinen pro Kopf für den Ruhestand vor, die gesetzliche Rente eingeschlossen. Das ist eines der Ergebnisse des "Allianz Vorsorge Index", einer Studie, die das Ipsos Institut im Auftrag von Allianz Leben unter 1.000 erwerbstätigen Menschen zwischen 25 und 65 Jahren sowie Kurzzeit-Arbeitssuchenden durchgeführt hat. Demnach erwarten 78 Prozent der arbeitenden Deutschen Einkünfte im Alter aus der gesetzlichen Rente, 39 Prozent aus einer betrieblichen Rente (bAV), 36 Prozent aus privaten Rentenversicherungen und 33 Prozent aus Kapitalanlagen.
Die Studie zeigt zudem: Ein nicht unerheblicher Teil der Befragten kann nur aus einer einzigen Einnahmequelle im Ruhestand schöpfen: der gesetzlichen Rente. 19 Prozent geben an, dass sie im Alter lediglich die gesetzliche Rente beziehen werden. Etwas stärker gilt das für die rentennahe Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen mit 21 Prozent. Überproportional aus dem Kreis der Befragten für Frauen mit 59 Prozent und für in Teilzeit tätige Personen mit 26 Prozent. Welche finanziellen Herausforderungen sich daraus ergeben können, wird beim Blick auf die Zahlen der Deutschen Rentenversicherung deutlich. Im Jahr 2025 erhielt eine Frau durchschnittlich pro Monat 985 Euro Einkommen aus der gesetzlichen Rente, ein Mann 1486 Euro.
Generationen sorgen unterschiedlich vor
Ein Drittel der Befragten plant laut "Allianz Vorsorge Index" im Ruhestand mit Einkünften aus Kapitalanlagen. Darunter sind besonders viele Menschen der Generation Z (Jahrgänge 1997 bis 2012) mit 38 Prozent. Die Baby-Boomer (Jahrgänge 1946 bis 1964) hingegen setzen mit 31 Prozent weniger stark auf Kapitalanlagen, sondern auf eine Kombination aus gesetzlicher Rente mit bAV sowie privater Altersvorsorge (pAV). Kapitalanlagen nutzen die Menschen, die in den kommenden Jahren in Rente gehen, eher zum Vermögensaufbau. Viele Menschen in den rentennahen Jahrgängen verfügen über mehrere Einkommensquellen für den Ruhestand. Das Medianvermögen dieser Generation liegt etwa bei einer Viertelmillion Euro, so ein Bericht des Instituts der Deutschen Wirtschaft.
"ETFs und auch Aktien sind durchaus Bausteine für den mittel- und langfristigen Vermögensaufbau", erklärt dazu Ruedi Kubat, CEO von Allianz Leben. "Altersvorsorge ist aber mehr. Sie muss über Jahrzehnte hinweg verlässlich funktionieren und vor allem ein stabiles, zuverlässiges Einkommen im Ruhestand ermöglichen. Und zwar dann, wenn die Kundinnen und Kunden das brauchen." Viele populäre ETFs seien stark auf einzelne Regionen und wenige große Unternehmen konzentriert. Das berge das Risiko von erheblichen Kursschwankungen.
Leichterer Zugang zur eigenen Vorsorge
Die Reform der staatlich geförderten Vorsorge soll dazu beitragen, dass mehr Menschen ihre finanzielle Vorsorge auf ein breiteres Fundament stellen. Sie soll den Zugang zur Vorsorge erleichtern und für mehr Menschen öffnen, Produkte flexibler machen und die Förderung deutlich vereinfachen. Die Allianz will ihren Kundinnen und Kunden Angebote in allen drei förderfähigen Produktkategorien machen: Für den Altersvorsorgevertrag, das Altersvorsorgedepot ohne Beitragsgarantie und das Standarddepot, das gesetzlich festgelegt nur zwei Fonds erlaubt und ebenfalls keine Beitragsgarantie zulässt. Beim Altersvorsorgevertrag wird die Allianz eine Lösung mit einer Beitragsgarantie von 80 Prozent anbieten. (hh)




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