Der Ruf nach finanziellen Verbesserungen für Ruheständler wird immer lauter. In einer Umfrage des Versicherers Axa forderten sieben von zehn Befragten, dass Rentner mehr Geld bekommen sollten. Höhere Ruhestandseinkünfte werden als vordringlichste staatliche Aufgabe betrachtet – noch vor einer verbesserten Gesundheitsversorgung (52 Prozent), besseren Schulen und Ausbildungsmöglichkeiten (51 Prozent) sowie mehr Wohnraum (40 Prozent).

Besonders groß ist der Rentenfrust unter den 55- bis 64-Jährigen, den ersten Jahrgängen der sogenannten Babyboomer-Generation. In dieser Altersgruppe forderten 80 Prozent der Befragten mehr Geld für Rentner. Rund 56 Prozent gehen davon aus, ihren Lebensstandard im Ruhestand nicht halten zu können. Fast zwei Dritteln der Babyboomer macht das Thema Altersvorsorge heute mehr Angst als früher. Und mehr als drei Viertel erklärten, bei diesem Thema das Vertrauen in die Politik verloren zu haben.

Angst vor dem sozialen Abstieg
Das Ergebnis der Umfrage komme einem regelrechten Aufschrei zur Verbesserung der Situation im Ruhestand gleich, sagt Axa-Vorstandsmitglied Patrick Dahmen. "Vor allem die Babyboomer-Jahrgänge als nächste Rentnergeneration empfinden die Kluft zwischen den finanziellen Möglichkeiten im Berufsleben und im Ruhestand offenbar als besonders groß."

Über alle Altersgruppen hinweg überwiegt nur bei einem Drittel der Befragten die Freude beim Gedanken an den Ruhestand. Bei mehr als der Hälfte dominieren Sorgen. Eine der größten Sorgen ist es, zu verarmen (39 Prozent). Nur die Angst vor Erkrankungen ist mit 60 Prozent noch ausgeprägter. Ebenfalls drastisch: Mehr als die Hälfte der Berufstätigen glaubt, dass Menschen im Ruhestand ein geringeres gesellschaftliches Ansehen haben als Erwerbstätige. Ruheständler selbst sehen das sogar zu knapp drei Vierteln so. (fp)