"Fußball & Finanzen: Einblicke von Profis" – so lautete der Titel einer Podiumsdiskussion von Allianz Global Investors am Mittwoch (4.3.) in Wien. Als Stargast stand FC-Bayern-München-Legende Claudio Pizarro den Experten von Allianz GI – allen voran Kapitalmarktstratege Hans-Jörg Naumer – Rede und Antwort. 

Pizarro hält in der deutschen Bundesliga mehrere Rekorde: Er ist der am häufigsten eingesetzte ausländische Spieler, der älteste Bundesliga-Torschütze, der erste Spieler der Bundesliga-Geschichte, der in 21 Kalenderjahren in Folge mindestens einen Treffer erzielt hat, und außerdem Rekordtorschütze von Werder Bremen.

Im Mittelpunkt der Diskussion standen Parallelen zwischen Profisport und Kapitalanlage, etwa der Umgang mit Risiko, langfristige Planung und Disziplin.

Mehr Rendite nur mit mehr Risiko
Naumer zog eine direkte Verbindung zwischen Pizarros Karriere und der Logik von Kapitalmärkten. Wer höhere Renditen erzielen wolle, müsse bereit sein, Risiken einzugehen. Pizarros Wechsel aus Peru nach Europa sei dafür ein gutes Beispiel. Das Risiko werde langfristig durch eine entsprechende Risikoprämie belohnt.

Ein wichtiger Schritt beim Vermögensaufbau sei zudem, früh zu beginnen und regelmäßig Geld zurückzulegen. Gerade junge Menschen neigten dazu, ihr Einkommen zunächst vollständig auszugeben. Sinnvoller sei es, früh mit kleineren Beträgen anzufangen und diese mit steigendem Einkommen zu erhöhen.

Anpassung und Disziplin
Pizarro berichtete über seine ersten Jahre in Deutschland, nachdem er aus Peru in die Bundesliga gewechselt war. "Die größte Umstellung für mich war das Wetter. Die Kälte, das war wirklich sehr hart für mich", sagte der frühere Torjäger. Auch die Sprache habe ihm zunächst Schwierigkeiten bereitet. Entscheidend sei gewesen, sich schnell anzupassen und in die neue Umgebung zu integrieren.

Auch technologische Entwicklungen spielten in der Diskussion eine Rolle. Pizarro schilderte, wie Datenanalysen und Videoauswertungen im modernen Fußballtraining immer wichtiger geworden seien. Technologie werde jedoch nicht nur den Sport verändern, betonte Naumer, sondern die gesamte Arbeitswelt. Künstliche Intelligenz und Automatisierung könnten viele Tätigkeiten übernehmen. Für Anleger eröffne sich dadurch eine neue Perspektive.

Wer über Aktien oder andere Anlageformen in Unternehmen investiere, beteilige sich indirekt an dieser Produktivität. "Die entscheidende Frage ist: Arbeiten die Roboter für dich?", so Naumer.

Zweite Karriere und langfristige Planung
Auch der Übergang nach der aktiven Karriere war ein Thema. Pizarro spielte bis über sein 40. Lebensjahr hinaus Profifußball. Er betonte, wie wichtig eine langfristige Planung sei. Schon früh habe er berücksichtigt, dass die Einnahmen aus dem Fußball irgendwann enden würden. Deshalb sei es wichtig gewesen, einen Teil des Einkommens zu investieren und sich Gedanken über die Zeit nach der Karriere zu machen. "Du verdienst viel Geld jetzt, aber einen Teil dieses Geldes musst du natürlich in die Zukunft investieren", sagte Pizarro.

Naumer verwies in diesem Zusammenhang auf die steigende Lebenserwartung. Wer länger lebe, müsse auch dafür sorgen, dass sein Geld länger arbeite, etwa durch Kapitalanlagen, die regelmäßige Erträge generieren. (mb)