Die Fondsratinggesellschaft Scope setzt die Bewertung des Europa-Aktienfondsmanagements von Berenberg Wealth & Asset Management vorerst auf "under Review". Die Analysten der Berliner Agentur wollen die Auswirkungen des Abgangs von Henning Gebhardt in aller Ruhe prüfen. Der Leiter des Wealth & Asset Management-Bereichs hatte gestern (09.09.) nach nicht einmal drei Jahren seinen Rückzug von der Hamburger Privatbank angekündigt.

Scope hatte dem Aktien-Team rund um Gebhardt erst im August 2019 die sehr gute Note "AA+" verliehen. Der einstige DWS-Manager gilt schließlich als versierter Kenner deutscher Dividendentitel. Wie in solchen Fällen üblich, werden die Scope-Analysten die Auswirkungen auf das Rating detailliert prüfen und dieses gegebenenfalls anpassen, heißt in einer Mitteilung.

Unbekanntes Ziel
Die Nachfolge von Gebhardt wird Chefanlagestratege Matthias Born übernehmen. Gebhardt hatte Born von Allianz Global Investors zu Berenberg geholt. Wohin Gebhardt geht, ist bislang nicht bekannt. Eigentlich wollte auch Tim Albrecht von der DWS zu der Hamburger Privatbank ziehen. Nachdem jedoch Asoka Wöhrmann die Führung der Deutschen-Bank-Tochter übernahm, sagte Albrecht seinen Wechsel ab.

Neben Scope überprüfen auch die Experten des Sauren-Fondsmanager-Ratings die Bewertung von Gebhardt, wie FONDS professionell ONLINE erfuhr. Der Kölner Dachfondsmanager Eckhardt Sauren hatte dem Aktienmanager zuletzt eine Goldmedaille verliehen. Die Ratinggesellschaft Morningstar wiederum hatte für den Berenberg Aktien – Strategie Deutschland bislang noch keine qualitative Analystenbewertung vergeben. (ert)