Thomas Fleck konzentriert sich mit seinem Unternehmen My Advice ab sofort auf Finanz-Coaching und -Consulting. Erlaubnispflichtige Finanzgeschäfte wie die Anlageberatung oder die Vermögensverwaltung bietet er nicht mehr an. Seine entsprechende Bafin-Erlaubnis hat er zum 1. Oktober zurückgegeben.

Fleck begründet diesen Schritt mit den immer schärferen Vorgaben für dieses Geschäft. "Nach Inkrafttreten von Mifid II werden zunehmend und überproportional Ressourcen durch die erneut steigende Regulierung gebunden", so Fleck auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE.

Fleck hatte sein Unternehmen vor rund zwei Jahren in Friedrichsdorf bei Frankfurt gegründet (FONDS professionell ONLINE berichtete). Er ist in der Branche kein Unbekannter: Bevor er sich selbstständig machte, leitete er die Einheit "Institutionelle Investoren" bei der Dekabank. Zuvor hatte er bei Union Investment das Geschäft mit institutionellen Kunden außerhalb des genossenschaftlichen Finanzverbundes verantwortet. Auch Stationen bei der Deutschen Bank, dem US-Fondsanbieter Janus Capital und dem britischen Asset Manager Schroders stehen in seiner Vita.

"Der administrative und finanzielle Aufwand erhöht sich erheblich"
"Unter Mifid II steigen die Anforderungen zum Thema Compliance, und damit erhöht sich der zeitliche, administrative und finanzielle Aufwand erheblich", berichtet Fleck. "Es sind insgesamt noch mehr Reporting, Dokumentation und Transparenz nötig."

Er stört sich auch daran, dass im neuen Regelwerk nicht nur Banken und Vermittler, sondern auch Vermögensverwalter als "Vertreiber" von Finanzprodukten gelten. "Der Vermögensverwalter vertreibt aber keine Finanzinstrumente, sondern erwirbt diese für seinen Auftraggeber in dessen Namen und in seinem Interesse. Er steht damit in dessen Lager und nicht im Lager des jeweiligen Emittenten", betont Fleck.

"Freude an ratgebenden Finanzdienstleistungen erhalten"
"Der steigende Druck unter Mifid II bedeutet für Vermögensverwalter, dass sie insgesamt mehr Assets benötigen, um weiterhin wirtschaftlich sinnvoll arbeiten zu können", so der Finanzexperte. "Die Kosten, die durch die erneut steigende Regulierung entstehen, müssen zwangsläufig an die Kunden weitergereicht werden, die davon nur bedingt begeistert sein werden." Deswegen habe er sich für ein alternatives Modell entschieden, um "die Freude an ratgebenden Finanzdienstleistungen zum Wohle aller erhalten" zu können.

Nun bietet Fleck im Wesentlichen Finanz-Coaching und -Consulting an. Er möchte unter anderem Privatleuten Finanzwissen vermitteln. "Mit diesem Training sind Sparer und Anleger in kürzester Zeit fit für die Finanzmärkte und optimal ausgerüstet, um erfolgreich zu agieren", so Fleck. Außerdem bietet er an, Anleger beim Vermögensaufbau und -erhalt zu begleiten, indem er zum Beispiel bei der strategischen und taktischen Asset-Allokation berät, Tipps für die Auswahl geeigneter Anlageinstrumente gibt oder das individuelle Rendite-Risiko-Profil untersucht.

Andere Vermögensverwalter übernehmen Flecks Kunden
Seine Kunden hatte Fleck schon vor Wochen über den geplanten Schritt informiert, ihre Depots werden nun von anderen Vermögensverwaltern betreut. "Einem Teil meiner Kunden kann ich weiterhin mit meinen neuen Dienstleistungen dienlich sein", sagt Fleck. (bm)