Drei ehemalige McKinsey-Berater gründeten 2012 das Fintech Raisin, das Ende Dezember 2013 die Zinsplattform Weltsparen an den Markt brachte. Einer von ihnen, Firmenchef Tamaz Georgadze, erläutert im Gespräch mit FONDS professionell, welchen Vorteil die Banken von einer Kooperation mit seinem Portal haben.


Herr Georgadze, was motiviert Banken, Kunden an Ihre Plattform zu verweisen?

Tamaz Georgadze: Banken sind in einem sehr kompetitiven Umfeld unterwegs. Sie haben ein hohes Eigeninteresse, ihren Kunden wettbewerbsfähige Angebote zu unterbreiten. Bei einem eher mittelmäßigen Angebot zeigen viele zwar durchaus Beharrungsvermögen und halten an ihrer etablierten Bankverbindung fest. Das ändert sich jedoch, sobald die Kunden konkret Geld verlieren – beispielsweise durch anfallende Negativzinsen.

Diese treffen zuerst die Kunden mit den großen Vermögen.

Georgadze: Genau. Wollen Banken diese Kunden halten, hilft es ihnen, attraktive Alternativen neben dem eigenen Angebot zu etablieren. An dieser Stelle kommt Raisin ins Spiel. Alle Angebote unserer Plattformen können bis hin zur White-Label-Lösung in das Angebot der Banken integriert werden. Unsere Kooperationspartner halten ihre Kunden und profitieren durch Vermittlungsprovisionen. Durch die Zusammenarbeit mit unseren Plattformen können Institute zudem gezielt Liquiditätsüberschüsse ableiten und so das Einlagevolumen bei der EZB samt Negativverzinsung reduzieren.

Welche weiteren Kooperationen mit Banken gibt es?

Georgadze: Wir haben annähernd 100 Partnerbanken aus ganz Europa, die über unsere Plattform ihre Liquidität erhöhen. Ganz aktuell konnten wir etwa mit der Hypovereinsbank eine der größten deutschen Banken und mit Klarna eines der größten europäischen Fintechs als Partner gewinnen. Diese Institute greifen auf uns zu, um ihre Refinanzierungsquellen zuverlässig zu verbreitern. Dies ist besonders effektiv, wenn es sich um ein kleineres Institut handelt oder das Heimatland des Instituts ein etwas schlechteres Rating besitzt als andere Länder. Durch die Kooperationen profitieren die weitergeleiteten Kunden von einem Angebot, das ihre Zinsrendite erhöht. Eine Win-win-win-Situation für Kunde, Bank und uns selbst. Darüber hinaus bauen wir derzeit andere Kooperationsfelder aus und auf. Wir arbeiten beispielsweise mit Instituten zusammen, bei denen durch die negative Zinsentwicklung einzelne Produkte nicht mehr funktionieren, etwa Banksparpläne. Hier bieten wir mit unseren ETF-basierten Altersvorsorgeprodukten eine interessante Alternative.

Weltsparen bietet auch Anlagen bei deutschen Banken an. Sind diese mit Blick auf die Zinsen überhaupt konkurrenzfähig?

Georgadze: Bei einem Länderrating von "AAA" für Deutschland ist das Zinsangebot deutscher Bankhäuser – neben Angeboten aus Schweden und Norwegen – führend und wird von unseren Kunden stark nachgefragt.

Vielen Dank für das Gespräch. (mh)


Einen ausführlichen Artikel über die Kooperation von Banken mit Zinsportalen lesen Sie in FONDS professionell 3/2020 ab Seite 398. Angemeldete Nutzer können den Beitrag auch hier im E-Magazin abrufen.