Anfang Oktober war es so weit: Die Fonds Finanz startete gemeinsam mit Investify Tech die digitale Fondsvermögensverwaltung (Fonds-VV) Wealthinvest – eine Kombination aus der Vermögensverwaltungsplattform von Investify Tech und dem Fondsanalysetool der Fonds-Finanz-Tochtergesellschaft Edisoft. Mit Wealthinvest können Finanzanlagenvermittler mit Erlaubnis gemäß Paragraf 34f Gewerbeordnung (GewO) eigene Fonds- und ETF-basierte Strategieportfolios erstellen und diese an ihre Kunden vermitteln. Ursprünglich sollte die Plattform schon im Frühjahr live gehen, angekündigt hatte der Pool sie bereits im November vergangenen Jahres. 

Damit hat sich der Kreis der Gesellschaften vergrößert, die White-Label-Lösungen für Vermögensverwaltungen anbieten, deren Strategien von 34f- oder Haftungsdachvermittlern vorgegeben werden. Die anderen schon länger aktiven Gruppen – BCA, Fondskonzept, Fondsnet, Inno Invest, JDC und Netfonds – konnten in den vergangenen zwölf Monaten Absatzerfolge feiern, wie eine erneute Umfrage der Redaktion zu den Konditionen für White-Label-VVs zeigt;  FONDS professionell hat sie zudem erneut um Informationen zu Konditionen und Services gebeten – die Details finden Sie in den Tabellen unten.

Interesse von Beratern
Verantwortlich für den Anstieg beim verwalteten Vermögen ist neben der positiven Kursentwicklung an den Finanzmärkten in erster Linie das zunehmende Interesse der Berater. "Ein Grund für das gestiegene Volumen ist die höhere Anzahl der angebundenen Advisors, die aktiv Vermögensverwaltungsstrategien einsetzen. Zudem erweitern bestehende Advisors ihr Angebot durch die Einführung neuer Strategien", formuliert es Marc Haegert, Leiter Asset Management bei der BfV – Bank für Vermögen. 

Immer mehr Berater sehen offenbar die Vorteile der Vermögensverwaltung, die es ihnen erlauben, ihre Arbeits- und Verwaltungsprozesse zu vereinfachen. "White-Label-Strategien finden vor allem bei Vermittlern Anklang, die ihre Arbeitsweise professionalisieren und ihren Fokus wieder stärker auf die Kundenbindung legen möchten. Sie profitieren von weniger Bürokratie und administrativem Aufwand, wodurch mehr Zeit für eine dienstleistungsorientierte Betreuung bleibt", erläutert Markus Henneberger, Vorstand der Reuss Private Bank.

Weniger Verwaltungsaufwand
So muss bei einer Vermögensverwaltung nur einmal anfangs der gesamte Beratungs- und Abschlussprozess durchlaufen werden (FONDS professionell berichtete ausführlich über die juristischen Details des Abschlusses einer White-Label-VV; Anmeldung erforderlich). Spätere Umschichtungen des Depots kann der Berater dann mit wenigen Klicks veranlassen, statt wie bei einem Fondsdepot ohne VV-Mandat mit viel Dokumentationsaufwand verschiedene Transaktionen zu empfehlen. Das ermöglicht auch eine schnellere Reaktion auf Marktturbulenzen. (jb)


Einen ausführlicheren Beitrag zu dem Thema finden Sie in FONDS professionell 4/2025 ab Seite 268. Angemeldete Nutzer können den Beitrag auch hier im E- Magazin abrufen.