Das ETF-Sparen in Deutschland hat eine weitere Hürde genommen: Im Dezember 2020 wurden erstmals mehr als zwei Millionen entsprechender Sparpläne ausgeführt. Die Zahl von 2.033.502 bedeutet ein Plus von 6,6 Prozent zum Vormonat. Das geht aus dem jüngsten Retail-Marktreport des Anlegerportals "Extra-ETF" aus München hervor, der auf Angaben von 13 Banken und Online-Brokern basiert.

Damit nimmt die Bedeutung der ETF-Sparpläne im Geschäft mit Privatanlegern weiterhin rasant zu. Der Extra-ETF-Erhebung zufolge hat sich ihre Zahl auf Sicht von anderthalb Jahren verdoppelt. Das Wachstum dürfte den Branchenbeobachtern zufolge anhalten: Für das Jahr 2025 rechnen sie mit bundesweit rund sieben Millionen Verträgen.

Privatanleger haben fast 50 Milliarden Euro investiert
Zwischenzeitlich hatte es so ausgesehen, als lasse die Euphorie für das indexbasierte Sparen langsam nach. Im September 2020 waren erstmals seit Beginn der Marktstatistik weniger Ausführungen zu verzeichnen als im Vormonat (FONDS professionell ONLINE berichtete). Extra-ETF-Betreiber Markus Jordan führte dies seinerzeit jedoch auf einen "buchungstechnischen Effekt" bei einer der teilnehmenden Direktbanken zurück – der langfristige Trend ist offensichtlich ungebrochen.

Auch das insgesamt von deutschen Privatanlegern in ETFs investierte Vermögen steigt der Markterhebung zufolge kontinuierlich. Ende 2020 hatten sie den Indexfonds in Summe 47,6 Milliarden Euro anvertraut. Das entspricht einem Plus von 39,6 Prozent zum Vorjahr. Vor fünf Jahren hatten Privatanleger sogar nur gut zehn Milliarden in diese Produkte investiert.

Kleinvieh macht auch Mist
Interessant ist, dass 2020 auch die durchschnittliche ETF-Sparplanrate signifikant zugenommen hat. In den Jahren 2014 bis 2019 steckten die Anleger je Ausführung im Mittel rund 145 bis 150 Euro in die Indexfonds, im vergangenen Jahr waren es dann 173 Euro. Offensichtlich wurden 2020 also viele Verträge mit hohen Sparsummen abgeschlossen, die den Schnitt nach oben ziehen.

Die schiere Zahl der Transaktionen macht das Sparplangeschäft für die Anbieter zu einem relevanten Faktor – getreu dem Motto "Kleinvieh macht auch Mist". Über die von Extra-ETF erfassten Verträge sammelten die Fondsgesellschaften im vergangenen Jahr immerhin 3,6 Milliarden Euro ein. "Allein im Dezember 2020 wurden über ETF-Sparpläne 354,5 Millionen Euro investiert", heißt es im Marktreport. "Das entspricht einem Anstieg von 66,4 Prozent gegenüber dem Wert zum Jahresende 2019." (bm)