In Deutschland haben noch nie so viele Versicherungsmakler gearbeitet wie zu Beginn dieses Jahres. Das geht aus Zahlen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) hervor, die FONDS professionell ONLINE ausgewertet hat. Der DIHK hatte zum 1. Januar exakt 46.811 Versicherungsmakler registriert. Das sind 42 mehr als im Januar 2015, als der bisherige Rekordstand markiert wurde. Die Statistik reicht zurück bis ins Jahr 2007; seither müssen Versicherungsvermittler eine Gewerbeerlaubnis vorweisen und sich bei der Industrie- und Handelskammer registrieren lassen.

Die Nachricht überrascht, weil seit Jahren von einem Vermittlerschwund die Rede ist. Diese Beobachtung ist nicht ganz falsch: Die Zahl aller Versicherungsvermittler sinkt seit sechs Jahren kontinuierlich. Im Januar 2011 umfasste das entsprechende DIHK-Register noch gut 263.000 Einträge, inzwischen sind es nur noch rund 228.000 – ein Rückgang um 13 Prozent.

Dieser Trend ist allerdings fast ausschließlich auf das schrumpfende Lager der gebundenen Versicherungsvertreter zurückzuführen, während die Makler-Erlaubnis weiterhin gefragt ist. Denn viele Vertreter möchten nicht mehr nur für einen Anbieter arbeiten, sondern für ihre Kunden die besten Policen aussuchen – und machen sich daher als Makler selbstständig. Einige Vermittler werden eher aus der Not heraus Makler, weil ihr Handelsvertretervertrag gekündigt wurde und sie versuchen müssen, sich eine neue Existenz aufzubauen.


In der Bilderstrecke oben hat FONDS professionell ONLINE die wichtigsten Zahlen aus dem DIHK-Register grafisch aufbereitet – einfach weiterklicken!


Die Zahl der Finanzanlagenvermittler mit Erlaubnis nach Paragraf 34f Gewerbeordnung (GewO) ist unterdessen auf 37.229 gestiegen. Das bedeutet ein Plus von gut zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch das Lager der Honorar-Finanzanlagenberater wächst – wenn auch von niedrigem Niveau aus: Anfang Januar hatten 139 Berater die entsprechende Zulassung nach Paragraf 34h GewO, das sind 29 mehr als ein Jahr zuvor.

Zahl der 34i-Vermittler wächst rasant
Einen deutlichen Zuwachs gibt es erwartungsgemäß bei den Immobiliardarlehensvermittlern, für die im vergangenen Jahr der neue Paragraf 34i in die Gewerbeordnung eingeführt wurde. Im März dieses Jahres endet die Übergangsfrist, während der Vermittler die neue Erlaubnis beantragen müssen. Entsprechend groß ist der Andrang bei den zuständigen Gewerbeämtern und Industrie- und Handelskammern: Anfang Januar hatten bundesweit schon 22.180 Vermittler ihren 34i-Gewerbeschein, mehr als doppelt so viele wie noch im Oktober 2016.

Beachtlich ist die vergleichsweise große Resonanz, auf die das neue Berufsbild des Honorar-Immobiliardarlehensberaters stößt: Schon 694 Vermittler von Hauskrediten treten als Honorarberater auf, deutlich mehr als im Fondsgeschäft. (bm)