Die Zahl der gewerblichen Versicherungs- und der Finanzanlagenvermittler ist im vierten Quartal 2017 zurückgegangen. Während das Lager der Assekuranz-Vertriebler deutlich schrumpfte, gab es bei den Vermittlern mit Erlaubnis gemäß Paragraf 34f Gewerbeordnung (GewO) nur einen leichten Rückgang. Das geht aus der aktuellen Statistik zum Vermittlerregister des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) hervor, die FONDS professionell ONLINE ausgewertet hat.

Die Zahl der Personen mit Erlaubnis als Immobiliardarlehensvermittler (34i GewO) hat sich dagegen erhöht – allerdings ist die Zahl derjenigen, die Immobilienkredite nur gegen Honorar vermitteln, erneut gesunken. Keine Veränderungen gab es in den letzten drei Monaten des Jahres 2017 bei den Honorar-Finanzanlagenberatern mit Erlaubnis nach Paragraf 34h GewO.


In der Bilderstrecke oben hat FONDS professionell ONLINE die wichtigsten Zahlen aus dem DIHK-Register grafisch aufbereitet – einfach weiterklicken!


Das Vermittlersterben in der Assekuranz beschränkt sich auf die gebundenen Vertreter. Zu Jahresbeginn arbeiteten 140.211 Männer und Frauen auf gewerblicher Basis exklusiv für einen Versicherer. Das sind fünf Prozent weniger als ein Jahr zuvor – was dem deutlichsten Rückgang in einem Zwölf-Monats-Zeitraum seit Beginn der Statistik vor gut zehn Jahren entspricht, wie eine Auswertung von FONDS professionell ONLINE zeigt.

Kaum Veränderungen auf Seiten der Makler
Die Zahl der Versicherungsmakler, die zwischen Produkten mehrerer Anbieter wählen können, blieb dagegen annähernd konstant: Anfang Januar waren 46.786 Männer und Frauen mit entsprechender Erlaubnis beim DIHK gemeldet, fünf mehr als drei Monate zuvor. Der Trend, dass sich die Schere zwischen Vertretern und Maklern schließt, setzt sich also fort.

Bei den Finanzanlagevermittlern weist die aktuelle Statistik zwar auch einen Rückgang auf, dieser fiel aber nicht so stark aus wie bei den Versicherungsvermittlern: Aktuell sind 37.432 34f-Vermittler gemeldet, Anfang Oktober 2017 waren es noch 37.612 gewesen. Das Lager der 34h-Berater war stabil: Der DIHK zählt 161 Personen, wie schon drei Monate zuvor.

Mehr 34i-Vermittler
Die Zahl der 34i-Vermittler ist zuletzt gestiegen: 49.714 stehen in der aktuellen Statistik, knapp 600 mehr als im Herbst 2017 (49.119). Allerdings bieten nur noch 627 eine Immobilienfinanzierungsberatung gegen Honorar an, knapp 100 weniger als vor drei Monaten (731). Damit setzt sich das Sterben bei den Honorar-Immobiliardarlehensberatern fort: Mitte vergangenen Jahres waren es noch 1.432 gewesen.

Der Grund dafür dürfte nach Auskunft von Experten regulatorischer Natur sein: Der Gesetzgeber hatte die Umsetzung der EU-Versicherungsvertriebsrichtlinie IDD genutzt, um auf verwaltungstechnischem Wege auch die Regeln für Immobiliardarlehensvermittler an einem Punkt zu ändern.

Wer Hauskredite vermittelt, benötigt eine 34i-Erlaubnis – unabhängig davon, ob er dies auf Provisionsbasis als "Immobiliardarlehensvermittler" tut oder auf Honorarbasis als "Honorar-Immobiliardarlehensberater". Bislang war unter Juristen strittig, ob sich die Professionen gegenseitig ausschließen oder nicht. Dies wurde nun eindeutig geregelt: Wer bei einem Kunden auf Provisionsbasis arbeitet, darf nicht bei einem anderen Kunden mit dem Schlagwort der Honorarberatung werben. Möglicherweise mussten daher nun zahlreiche Wohnkreditvermittler auf ihren Auftritt als Honorar-Immobiliardarlehensberater verzichten. (jb)