Es gibt Jahrestage, die niemand feiert. Der 25. Oktober 1929 zählt dazu. An jenem Herbsttag kollabierten die Börsen in Europa – mutmaßlich, weil Marktteilnehmer urplötzlich die sich verfinsternden Konjunkturnachrichten zur Kenntnis nahmen, die seit Monaten die Wirtschaftsseiten der Zeitungen dominierten. Doch nur aus Sicht von Anlegern in Paris, Berlin oder London war der 25. Oktober ein "Schwarzer Freitag". Die Kurse an der Wall Street hatten kurz vorher zwar ebenfalls geschwächelt. An besagtem Freitag aber legte der Dow Jones Industrial sogar um 1,75 Punkte zu. Für US-Aktienanleger folgte die eiskalte Dusche erst in der Folgewoche: Am 28. Oktober knickte der Dow um 13,5 Prozent (oder 41 Punkte) und am darauffolgenden Dienstag um weitere 11,7 Prozent (beziehungsweise 31 Punkte) ein, weshalb dieses Datum in der US-Presse auch als "Tragic Tuesday" bekannt ist. Übrigens: Das massivste Minus in seiner Geschichte machte der Dow Jones am 19. Oktober 1987: Rund 23 Prozent (508 Punkte) verlor das Kursbarometer an jenem "Schwarzen Montag". Den absolut gerechnet schlimmsten Tagesverlust erlitt der amerikanische Leitindex übrigens am 5. Februar 2018: Damals ging es für den Dow um satte 1.176 Zähler (oder 4,6 Prozent) abwärts. (ps)