Platzierung nach wenigen Stunden. Die DIC Asset AG hat innerhalb weniger Stunden am 26. September 2018 erneut eine Unternehmensanleihe platziert. Die ursprünglich geplanten 100 Millionen Euro wurden um 50 Millionen Euro überzeichnet. Die Gelder fließen in die allgemeine Geschäftstätigkeit des Unternehmens. DIC hat die Notierung der Schuldverschreibungen an der Luxemburger Börse beantragt.

DIC-Unternehmensanleihen. Seit Mai 2011 bis Ende September 2018 hat DIC 5 Unternehmensanleihen über insgesamt 705 Millionen Euro emittiert. Laut DIC wurden die Zinsen für die Unternehmensanleihen 1 bis 4 stets planmäßig entrichtet.
Die im Mai 2011 begebene, mit 5,875 Prozent verzinste erste Unternehmensanleihe mit einem Volumen von 100 Millionen Euro wurde im Oktober 2014 zu 100,5 Prozent des Nennbetrags zuzüglich Zinsen vorzeitig wieder zurückgezahlt. Die Tilgung erfolgte aus den Anleihegeldern der dritten Unternehmensanleihe.
Auch die im Juli 2013 emittierte, mit 5,75 Prozent verzinste zweite Unternehmensanleihe umfasste 100 Millionen Euro. Ihre Laufzeit endete im Juli 2018. Auch sie wurde laut DIC vollständig zurückgezahlt – die Rückzahlungsbeträge stammten aus der vierten Unternehmensanleihe.
Die im September 2014 herausgebrachte, mit 4,625 Prozent verzinste dritte Unternehmensanleihe über 175 Millionen Euro endet planmäßig am 8. September 2019.
Die vierte, mit 3,25 Prozent verzinste Unternehmensanleihe stammt vom Juli 2017 und umfasst 180 Millionen Euro. Sie endet planmäßig im Juli 2022.
Die im September 2018 platzierte, fünfte Unternehmensanleihe über 150 Millionen Euro bietet eine Verzinsung von 3,5 Prozent. Sie läuft ebenfalls 5 Jahre.
Für die Ablöse einer alten Anleihe mussten bisher stets neue Anleihen herhalten. Sollten die Zinsen für Anleihen am Markt irgendwann wieder steigen, müsste DIC mit teureren Mitteln billigere ablösen.

Immobilienportfolio. 2017 erreichte der Wert des durch die DIC betreuten Vermögens 4,4 Milliarden Euro (180 Immobilien), aufgeteilt in drei Segmente: das „Commercial Portfolio“, in dem die Bestandsimmobilien der DIC Asset abgebildet werden mit 1,6 Milliarden Euro, das Segment „Funds“, zu dem die von DIC emittierten und gemanagten Immobilien-Spezialfonds gehören mit 1,5 Milliarden Euro und das Segment „Other Investments“ mit insgesamt 1,3 Milliarden Euro, in dem DIC Dienstleistungen für Dritte erbringt, Joint Ventures eingeht, auch die Projektentwicklung Main-Tor gehört dazu. 59 Prozent der Erträge stammten 2017 aus Mieteinnahmen, 16 Prozent aus Beteiligungen, 14 Prozent aus Verkäufen, 11 Prozent waren Managementerträge.
DIC setzt ausschließlich auf Gewerbeimmobilien in Deutschland. Der Fokus lag 2017 mit 61 Prozent auf Büroimmobilien, 19 Prozent waren Einzelhandelsimmobilien. Die Immobilien waren im Durchschnitt zu 12,25 Euro je Quadratmeter vermietet, im Vorjahr waren es 9,12 Euro. Die durchschnittliche Mietlaufzeit stieg im Gesamtportfolio von 4,3 auf 5,2 Jahre. Die Leerstandsquote des Commercial Portfolios sank 2017 von 11,8 auf 9,9 Prozent.

Ausgewählte Eckdaten der DIC. DIC beschäftigte 2017 114 Mitarbeiter an sechs Standorten in Deutschland. Die Eigenkapitalquote stieg auf 35,4 Prozent, das sind 3,8 Prozentpunkte mehr als 2016. Seit 2010 lag die Eigenkapitalquote stets über 30 Prozent. Der Fremdfinanzierungsanteil (LTV) lag 2017 bei 57 Prozent, das sind 2,9 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Das entspricht der Vorgabe, die sich DIC 2013 gestellt hat: ab 2016 einen LTV von unter 60 Prozent zu erzielen. Die durchschnittlich zu zahlenden Zinsen auf Bankdarlehen sanken von 3,4 Prozent in 2016 auf 1,8 Prozent in 2017. Im Commercial Portfolio betrug die durchschnittliche Restlaufzeit der Kredite Ende 2017 4,6 Jahre.
Der Net Asset Value (NAV) kennzeichnet den Substanzwert des Unternehmens. Er erreichte 2017 900 Millionen Euro, gegenüber 880 Millionen Euro in 2016. Auch der NAV je Aktie stieg von 12,83 in 2016 auf 13,12 in 2017.
Die Funds from Operations (FFO) (Ertrag aus der laufenden Immobilienbewirtschaftung) erreichten 2017 60,2 Millionen Euro, gegenüber 47 Millionen Euro im Vorjahr. Das positive Ergebnis resultierte primär aus geringeren Finanzierungsaufwendungen. Die DIC erwartet für 2018 FFO zwischen 62 Millionen und 64 Millionen Euro. Die FFO je Aktie erreichten im Jahr 2017 0,88, das ist der höchste Wert seit 2014. 2013 lagen die FFO je Aktie bei 0,94.
Das Konzernergebnis konnte 2017 wieder ins deutliche Plus rücken mit 64,4 Millionen Euro (gegenüber minus 29,4 Millionen Euro im Vorjahr – bereinigt um einen Einmalaufwand von rund 56,3 Millionen Euro für die Ablösung bestehender Finanzierungen lag das Konzernergebnis 2016 bei 26,9 Millionen Euro).
Die Dividenden je Aktie verharrten 2011 bis 2014 bei 0,35 Euro und stiegen bis 2017 auf 0,44 Euro reguläre Dividende an, wobei 2017 weitere 0,20 Euro je Aktie als Sonderertrag aus einem Aktienumtausch ausgeschüttet werden konnten.

Aktie. Seit Juni 2006 ist DIC im SDAX (Small-Cap-Dax) notiert. Hauptaktionär ist mit 30,2 Prozent die Deutsche Immobilien-Chancen Gruppe. 10,0 Prozent gehören der RAG-Stiftung, jeweils rund 3 Prozent der BlackRock Inc. und der OM Asset Management plc, der Rest ist Streubesitz.
In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Kurs der DIC-Aktie tendenziell positiv entwickelt. So lag der Kurs am 26. September 2013 bei 7,66 Euro und am Tag der Platzierung der fünften Unternehmensanleihe, am 26.September 2018, bei 9,38 Euro. Der DAX-Subsector Real Estate, der derzeit 21 Immobilienunternehmensaktien abbildet, legte jedoch eine im Vergleich viel steilere Aufwärtsentwicklung an den Tag. Begonnen mit der Vergleichsbasis am 26. September 2013 mit 100 Prozent für die DIC-Aktie und den DAX-Subsector Real Estate, stieg die DIC-Aktie auf 122,5 Prozent und der DAX-Subsector Real Estate auf 270,9 Prozent. Der SDAX nahm in demselben Fünfjahreszeitraum im Vergleich zur DIC-Aktie ab März 2015 mehr an Fahrt auf und lag am 26. September 2018 bei 188 Prozent.

fondstelegramm-Meinung. Den Wertpapierprospekt wird vermutlich kein Anleger gelesen haben, denn nur wenige Stunden Zeit blieben zwischen der Veröffentlichung des Prospekts und dem Zeichnungsschluss. Aber entscheidend bei einer Unternehmensanleihe ist die wirtschaftliche Lage des Unternehmens und über die konnte sich jeder vorher informieren. DIC hat sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt. Das Unternehmen expandiert noch immer. So werden neue Unternehmensanleihen stets auch zur Rückzahlung alter Unternehmensanleihen verwendet. Bislang konnte dadurch die Finanzstruktur der DIC verbessert werden.

Zur Beurteilung der Verwendung neuer zur Ablösung alter Anleihen ist wichtig zu berücksichtigen, dass ihnen ein entsprechend umfangreiches, von DIC betreutes Immobilienvermögen gegenübersteht.