Investments in Wasserkraft. Zu Investitionen in Infrastruktur zählen auch Investitionen in Kraftwerke zur Energiegewinnung. Im vergangenen Jahr gewann das Thema Wasserkraft im Privatkundengeschäft an Bedeutung. Fondsanbieter wie DWS, Aquila Capital und Shedlin setzen auf Laufwasserkraftwerke. Sie stehen in fließenden Gewässern. Das Wasser treibt eine Turbine an, die wiederum einen Generator antreibt. So wird Strom produziert. Bei Speicherkraftwerken wird das Wasser erst in einem Stausee aufgestaut und bei Bedarf zur Stromerzeugung genutzt. Zu den Standorten von Wasserkraftfonds zählen Norwegen, die Alpen und das türkische Bergland.

Staatliche Investitionsgarantie.Um Risiken in Staaten wie der Türkei abzufedern, vergibt der deutsche Staat Investitionsgarantien. Axel Stiehler, Geschäftsführer bei Aquila Capital, erläutert, was es damit auf sich hat.

Herr Stiehler, Aquila hat bislang einen Infrastrukturfonds für Wasserkraft in Norwegen aufgelegt, allerdings als Private Placement. Der norwegische Markt gilt als etabliert und vergleichsweise stabil. Warum gibt es bislang keinen entsprechenden Infrastrukturfonds mit Zielmarkt Norwegen fürs Publikumsgeschäft?
Axel Stiehler: Grundsätzlich handelt es sich bei Wasserkraft um einen Markt, in dem nur sehr wenige Projekte angeboten werden. Gerade in Skandinavien sind zudem die in Frage kommenden Standorte für neue Wasserkraftwerke weitestgehend ausgeschöpft. Wir prüfen die im Markt verfügbaren Projekte auch darauf, ob sie sich für einen Publikumsfonds eignen. Allerdings sind die Renditeaussichten in dieser Region derzeit eher gering.

Für die Türkei hat Aquila sowohl Private Placements als auch Publikumsfonds aufgelegt. Der Hydropower Invest 4 hat eine Investitionsgarantie des Bundes bekommen. Wurden bereits für Vorgängerfonds entsprechende Garantien beantragt oder bewilligt?
Stiehler: Die Fonds Hydropower Invest 3 und 4 waren die ersten Fonds, für die eine solche Garantie beantragt wurde. Für den Vorgängerfonds Hydropower Invest 2, der ebenfalls in der Türkei investiert, ist ein solcher Antrag nun in Bearbeitung gegangen.

Wie teuer ist die staatliche Garantie für den Fonds Hydropower Invest 4?
Stiehler: Für die Investitionsgarantie werden eine Antragsgebühr und ein laufendes Entgelt erhoben. Die Antragsgebühr beträgt maximal 10.000 Euro pro Antrag, das jährliche Entgelt 0,5 Prozent bezogen auf den jeweils abzusichernden Garantiebetrag für die Kapital- und die Ertragsdeckung. Anhand der niedrigen Gebühren, die die Bundesregierung für die Garantie erhebt, ist zu erkennen, dass die Gefahr eines tatsächlichen Schadensfalles als gering eingeschätzt wird.

Für welche konkreten Risiken kommt der Staat auf?
Stiehler: Die Garantie der Bundesrepublik Deutschland deckt politische Risiken umfassend ab. Dazu zählen:
- Verstaatlichung, Enteignung und enteignungsgleiche Eingriffe
- Bruch rechtsbeständiger Zusagen staatlicher oder staatlich kontrollierter Stellen
- Krieg, Revolution oder Aufruhr oder im Zusammenhang damit stehende politisch motivierte terroristische Akte
- Transferrisiken, hier stehen staatliche Eingriffe in den Handels- und Zahlungsverkehr einer Forderung entgegen
- Konvertierungsrisiken für den Fall, dass ein ausländischer Staat den Umtausch von Landeswährung in Fremdwährung sanktioniert
- Zahlungsmoratorien beim Aufschub fälliger Zahlungsverpflichtungen aufgrund staatlicher Dekretierung.

Wie steht es um die entsprechende Beweislast im Fall einer gewünschten Inanspruchnahme der Garantie?
Stiehler: Der Bund nimmt bei dieser Garantie nicht nur die Rolle des klassischen Versicherers ein, bei dem man im Falle eines Schadens einen Antrag auf Ausgleich stellt. Vielmehr kann er auf diplomatischem Wege bereits vor Eintreten eines Schadenfalls eingreifen.