Preise für Wohnimmobilien stiegen und stiegen in den vergangenen Jahren, historisch günstige Finanzierungskonditionen machten es möglich. Denn auch langfristige Finanzierungen über zehn Jahre kosteten in den vergangenen zwei Jahren deutlich weniger als ein Prozent pro Jahr. Im Vorgriff auf die erwartete Zinswende der EZB zogen die Bauzinsen seit Anfang dieses Jahres allerdings enorm an: Langfristige Darlehen waren plötzlich nur noch zu Zinsen oberhalb drei Prozent jährlich zu bekommen.

Zumindest ein weiterer Anstieg scheint inzwischen aber gestoppt zu sein. "In Deutschland haben die Rezessionssorgen zuletzt die Inflationsbefürchtungen überflügelt", erklärt Interhyp-Vorständin Mirjam Mohr gegenüber dem "Handelsblatt". "Deshalb haben die Bauzinsen auch seit der EZB-Entscheidung nachgegeben. Aktuell liegen sie knapp unter drei Prozent."

Rezessionsängste deckeln erneuten Anstieg der Bauzinsen
Die Wirtschaftszeitung nennt mit der Frankfurter FMH-Finanzberatung und dem Finanzdienstleister Dr. Klein zwei weitere Experten, die vor dem Hintergrund düsterer Wirtschaftsprognosen einen weiteren Anstieg der Bauzinsen zunächst gebremst sehen und damit rechnen, dass diese bis Jahresende konstant bleiben oder nur minimal steigen.

"Im Moment ist die Tendenz bei den Bauzinsen fallend", zitiert das "Handelsblatt" Max Herbst von der FMH-Finanzberatung. Zwar gebe es eine "kurzfristige Delle" und der Aufwärtstrend sei gebrochen. Weil die Lage aber sehr fragil sei, solle man nicht auf niedrigere Bauzinsen hoffen. (tw)