Offene Immobilienfonds können sich vor Frischgeld kaum retten. Ein wesentlicher Grund für die hohen Mittelzuflüsse der vergangenen Monate dürfte in der großen Renditedifferenz zwischen offenen Immobilienfonds und deutschen Staatsanleihen liegen. Mit 3,8 Prozentpunkten ist sie auf einem sehr hohen Niveau, wie die Ratingagentur Scope ermittelt hat.

Für ihre Erhebung haben die Berliner Ratingexperten die durchschnittliche Rendite von 14 offenen Immobilienpublikumsfonds mit der Performance deutscher Staatsanleihen über die vergangenen 15 Jahre verglichen. Ergebnis: Die Performance der offenen Immobilienfonds lag jederzeit oberhalb der von Bundesanleihen, der Abstand (in der Grafik: "Premium") nahm aber seit 2013 kontinuierlich zu. 

Scope sieht die Gründe zum einen darin, dass die Renditen deutscher Staatsanleihen fortlaufend gesunken sind, seit 2015 sogar ins Negative. Zum anderen darin, dass sich die Renditen der offenen Immobilienfonds – vor allem getrieben durch Wertzuwächse der Bestandsimmobilien – sukzessive erhöht habe. Der Stand von Ende September 2019 mit einer Renditedifferenz von 3,8 Prozentpunkten wurde nur im ersten Quartal 2009 leicht übertroffen, befindet Scope, als sich die Renditen beider Anlageklassen untypisch schnell auseinander bewegten.

Renditedifferenz und Mittelzuflüsse hoch korreliert
Vergleicht man die Netto-Mittelzuflüsse der offenen Immobilienfonds mit der Entwicklung der durchschnittlichen Überrendite, die die offenen Immobilienfonds mehr als Bundesanleihen erzielten, dann gibt sich eine "hohe Korrelation zwischen der Renditedifferenz zur Staatsanleihe und den jährlich zufließenden Mitteln", analysiert Scope. "Die Überrendite der offenen Immobilienfonds ist zwar nicht die einzige, aber anscheinend eine gewichtige Determinante für die Höhe der Mittelzuflüsse." (tw)