Noch ist nicht klar, ob und falls ja in welchem Ausmaß Anleger der Deutschen Finance Schaden genommen haben. Dennoch formieren sich Anlegeranwälte, um gegen den Fondsmanager vorzugehen: Die Kanzleien Mattil & Kollegen und Dr. Greger & Collegen haben nach eigenen Angaben eine "gemeinsame Interessengemeinschaft" für Deutsche-Finance-Anleger gegründet.

"Ziel der Zusammenarbeit ist es, betroffenen Anlegern eine besonders schlagkräftige und kompetente Vertretung unmittelbar am Standort München anzubieten", heißt es in einer Mitteilung. Die "aktuellen Entwicklungen" hätten die beteiligten Kanzleien veranlasst, "zum Schutz der Anleger" gemeinsam zu arbeiten.

Bafin bestellt Sonderbeauftragten
Vor einer Woche ordnete die Bafin an, dass die DF Deutsche Finance Investment GmbH Auskünfte erteilen und Unterlagen vorlegen muss. Die Finanzaufsicht will sich "ein eigenes Bild von der Ordnungsmäßigkeit der Verwaltung geschlossener Publikumsfonds verschaffen". Zu diesem Zweck bestellte die Bafin einen Sonderbeauftragten, der die Aufgabe hat, die Erfüllung der Anordnung zu überwachen.

Die Deutsche Finance teilte seinerzeit mit, es gebe "unterschiedliche Auffassungen über den Umfang von Informationen zu einzelnen Sachverhalten". Auf den "ordnungsgemäßen Fortgang des Geschäftsbetriebs" habe dies jedoch keine Auswirkungen. "Die laufende Verwaltung der verantworteten Fonds wird mit der gebotenen Sorgfalt fortgeführt", betonte das Unternehmen.

"Größtmögliche Transparenz" gefordert
Ohne sich direkt auf die Bafin-Anordnung zu beziehen, ist offensichtlich, dass die Anlegeranwälte mit den "aktuellen Entwicklungen" auf die jüngste Maßnahme der Bundesanstalt gegen die Deutsche Finance Group abstellen. Mattil & Kollegen und Dr. Greger & Collegen fordern "größtmögliche Transparenz und die Offenlegung aller für Anleger relevanten Informationen". In weiterer Folge wollen die Juristen "mögliche Ansprüche" gegen den Fondsmanager prüfen. (ae)