Immobilienmarkt Deutschland: Welche Segmente jetzt wie gefragt sind
Der USA-Iran-Krieg trübt die Investorenstimmung. Die Investmentvolumina am deutschen Immobilienmarkt gingen dementsprechend im zweiten Quartal zurück. Dennoch schloss der Gesamtmarkt das erste Halbjahr mit einem Umsatzplus ab. FONDS professionell ONLINE trägt die aktuellen Trends zusammen.
Trotz multipler Krisen, die auf die Gesamtwirtschaft durchschlagen, haben Investoren im ersten Halbjahr 2026 mehr Geld für deutsche Immobilien ausgegeben. Nach Angaben von BNP Paribas betrug das gewerbliche Investitionsvolumen 12,3 Milliarden Euro. Das sind acht Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2025.
Allerdings ging der Umsatz vom ersten auf das zweite Quartal um 22 Prozent zurück. BNP Paribas spricht in diesem Zusammenhang von einer "erneuten Kalibrierung des Marktes. Risiken werden im aktuellen Umfeld neu eingepreist." Refinanzierungsthemen, defensivere Nutzermarktannahmen und höhere Risikoaufschläge hätten Verhandlungen in einigen Assetklassen noch einmal neu ausgerichtet.
Graduelle Erholung
CBRE berichtet unterdessen, dass sich das Investmenttransaktionsvolumen in Deutschland im ersten Halbjahr 2026 auf 16,2 Milliarden Euro belief und damit 13 Prozent über dem Vorjahreszeitraum lag. Davon entfielen knapp 13 Milliarden Euro auf gewerbliche Immobilien. Das ist ein Fünftel mehr als im ersten Halbjahr 2025.
Der Markt setzt laut CBRE seine graduelle Erholung fort. Die Dynamik sei im zweiten Quartal etwas geringer als zu Jahresbeginn gewesen, was CBRE mit dem Marktumfeld begründet: "Geopolitische Unsicherheiten führen dazu, dass einzelne Prozesse später abgeschlossen und neue Transaktionen zeitweise zurückhaltender angestoßen werden. An der grundsätzlichen Markterholung änderte dies jedoch wenig."
Steigende Netto-Spitzenrenditen
Die größten Umsätze wurden in den gewerblichen Segmenten Büro, Logistik und Einzelhandel sowie im Wohnimmobillienmarkt registriert. Bei den Netto-Spitzenrenditen waren laut BNP Paribas erstmals seit Ende 2023 wieder über sämtliche Assetklassen hinweg spürbare Anstiege zu verzeichnen.
"Renditeanpassungen zeigen sich vor allem dort, wo Finanzierungskosten auf höhere Unsicherheit bei Mietentwicklung, Objektqualität, Betreiberstruktur oder konjunktureller Sensitivität treffen", heißt es in dem Researchbericht. Für Büros ist die Netto-Spitzenrendite im Durchschnitt der A-Standorte auf 4,49 Prozent und im Logistiksegment auf 4,60 Prozent gestiegen. Shoppingcenter rentieren mit sechs Prozent und Baumärkte mit 6,20 Prozent ebenfalls höher als im Vorquartal. (ae)















