Die Reederei Vogemann begibt den "Greenship Token“, ein Genussrecht an einer mit 50 Millionen US-Dollar aufzubauenden Flotte mit Massengutschiffen. New Shore Invest begibt den "RHAS-5-Token", eine Kommanditbeteiligung an einem Mehrzweckfrachter, Emissionsvolumen: gut drei Millionen Euro. Beide Token investieren in Schiffe, die den neuesten Umweltauflagen gerecht werden.

Der weltweite Schiffsmarkt wird durch zwei Zyklen bestimmt, die alles andere als synchron laufen. Die Nachfrage nach Transporttonnage ändert sich sehr schnell, wie die Folgen der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie gerade anschaulich vor Augen führen. Die zur Verfügung stehende Ladekapazität ändert sich hingegen nur in langfristiger Perspektive. Der Stapellauf eines neuen Schiffs erfordert Jahre Vorlauf: Schwimmt es, ist sein Laderaum für rund 25 Jahre Nutzungsdauer erst mal am Markt.

Schifffahrtskrise beschert Angebotsknappheit
In der Folge des Zusammenbruchs der Schifffahrtsmärkte wurden seit 2008 immer weniger neue Schiffe bestellt. Zusammen mit einer beschleunigten Abwrackung bestehender Schiffe durch verschärfte Umweltauflagen zeichnet sich inzwischen in ein paar Segmenten eine Angebotsknappheit ab. Für die beiden Teilmärkte der Mehrzweck- und der Massengutschifffahrt gibt es viel versprechende Entwicklungsprognosen.

Bei den beiden Investmentangeboten handelt es sich um Token, das heißt die erworbenen Ansprüche auf Rückzahlung und Verzinsung werden als "smart contract" auf der Blockchain hinterlegt, zu dem man nur über einen individuellen Zahlencode Zugang hat. (tw)


Chancen und Risiken der beiden Angebote und ihre konzeptionellen Unterschiede in steuer- und eigentumsrechtlicher Hinsicht stellt der Bericht "Auf zu neuen Ufern" in der gerade erschienen Ausgabe 4/2020 von FONDS professionell ab Seite 186 zusammen. Angemeldete User finden den Artikel auch hier im E-Magazin