"Die Zeitenwende ist endgültig in der Immobilienbranche angekommen"
Steigende Verteidigungsausgaben verändern nicht nur die Industrie, sondern auch den Immobilienmarkt. Eine Kurzstudie der Berlin Hyp sieht neue Nachfrageimpulse – vor allem bei Gewerbe-, Lager- und Logistikflächen.
Große Investitionen im Bereich Rüstung und Verteidigung könnten sich positiv auf den Immobilienmarkt auswirken. Zu diesem Ergebnis kommt die LBBW-Tochter Berlin Hyp in einer Kurzstudie, die am Dienstag (16.12.) vorgestellt wurde. Deutschland und zahlreiche andere europäische Länder erhöhen vor dem Hintergrund des Angriffskriegs auf die Ukraine derzeit ihre Verteidigungsausgaben.
Es etabliere sich aktuell "mit dem Rüstungs- und Verteidigungssektor ein neuer Nachfragetreiber", erklärte die LBBW in der gemeinsam mit dem Immobilienberater Bulwiengesa erstellten Studie. Geopolitische Veränderungen hätten Handlungsbedarf im Bereich Rüstung und Verteidigung geschaffen. Benötigt würden dabei nicht nur Kasernen, sondern auch zusätzliche logistische Kapazitäten. Insgesamt gebe es erhebliche Bedarfe an gewerblichen Flächen. Konkrete Investitionen, etwa von Rheinmetall in Unterlüß, sowie die Umnutzung von Automobilwerken für die Rüstungsproduktion belegten die wachsende Marktdynamik.
Zusätzlicher Flächenbedarf von 4,2 Millionen Quadratmetern
"Die Zeitenwende ist jetzt endgültig in der Immobilienbranche angekommen", sagte LBBW-Vorstand Sascha Klaus. "Klar ist, dass künftig vermehrt Flächen für eine verteidigungsbezogene Nutzung benötigt werden." In fünf ausgewählten Rüstungsregionen in Deutschland könnte es der Studie zufolge bis 2030 einen zusätzlichen Flächenbedarf von 4,2 Millionen Quadratmetern geben. Die Fertigstellungspipeline deute dabei "wie erwartet eine Unterdeckung an".
Zu den aktuellen Chancen zählt der Studie zufolge, dass bei einer Anmietung durch die öffentliche Hand langfristig planbare Einnahmen gewährleistet sind. Ein weiteres Potenzial für Mietvertragsabschlüsse bestehe derzeit auch bei Zulieferbetrieben. Deren Anforderungen an Immobilien seien in der Regel weniger restriktiv als jene der öffentlichen Verwaltung.
Chancen für Finanzierer
Auch für die Finanzierer solcher Immobilien könnten sich Chancen ergeben, wie eine jüngst vom Makler JLL erstellte Befragung von Finanzierungsexperten in Deutschland zeigt. Demnach erwarten 82 Prozent, dass es infolge steigender Rüstungsausgaben zu mehr Finanzierungen in der Assetklasse Lager und Logistik kommen wird. (mb/Bloomberg)















