In den Jahren 2009 und 2010 – also zwei Jahre, nachdem der erste A380 seinen Liniendienst aufgenommen hatte – sammelte das Emissionshaus Hansa Treuhand für seinen Fonds "Sky Cloud A380“ rund 68 Millionen Euro Anlegerkapital ein und finanzierte damit einen der damaligen Traumflieger. Leasingnehmer war die Gesellschaft Emirates mit der weltweit größten A380-Flotte.

Der Leasingvertrag mit Emirates läuft Anfang 2022 aus. Eine Verlängerungsoption um weitere sechs Jahre hat Emirates nicht gezogen. Damit steht Flugzeugmanager Doric vor der Aufgabe, entweder eine Anschlussvermietung zu finden oder einen Verkauf des Flugzeugs in die Wege zu leiten.

Nach wie vor kein Sekundärmarkt für den A380
Ein Sekundärmarkt für den A380 hat sich aber, trotz der jetzt reihenweise auslaufenden Erstmietverträge, nicht etablieren können. Dazu ist das Interesse am A380 schlicht zu gering. Er wirkt inzwischen mit seiner Größe, seinem Treibstoffverbrauch und den infrastrukturellen Notwendigkeiten zur Abfertigung am Flughafen wie aus der Zeit gefallen.

Zwar hat Doric mit dem Leasingnehmer Hifly schon einmal die Neuvermietung eines A380 hinbekommen, ist aber skeptisch, denn es gilt sowohl für einen Verkauf als auch für eine Neuvermietung, dass der fehlende Wettbewerb die Verhandlungsposition des Fonds schwächt. Weil in der Fondskonzeption eine Restwertsicherung vorgesehen ist, zieht Doric einen Verkauf der Maschine in näheren Betracht und lässt die Anleger des Fonds derzeit über einen Verkaufsbeschluss abstimmen.

Restwertsicherung
Um sicherzustellen, dass ein Mindesterlös beim Verkauf des Flugzeugs erzielt werden kann, hat Flugzeugmanager Doric bereits bei Prospektierung des Fonds eine "Restwertsicherung“ vorgesehen. Damals konnte sich niemand vorstellen, dass das Interesse am A380 dermaßen schwinden würde. Im gegenwärtigen Marktumfeld könnte das die Rettung in der Not sein.

Das Konzept der Restwertsicherung sieht vor, dass der Flugzeugmanager – oder eine Gesellschaft, auf die diese Verpflichtung übertragen wird – eine Zuzahlung zum Verkaufserlös leistet, wenn der zu gering ausfällt. Basis zur Berechnung der Höhe der Zuzahlung sind 210 Millionen US-Dollar, der ursprüngliche Kaufpreis des Flugzeugs. Wird beim Verkauf des Flugzeugs ein Erlös in Höhe von 43 Prozent oder weniger des ursprünglichen Kaufpreises erzielt, dann sind anteilige Zuzahlungen sichergestellt. Allerdings ist die Zuzahlung limitiert. Sollte der Verkaufserlös weniger als 24 Prozent des Anschaffungspreises betragen, dann sinkt auch der Gesamtveräußerungserlös.

Kapitalverlust abgewendet
Immerhin lassen sich mit dieser Sicherungsmaßnahme Verkaufspreise zwischen 50 und 90 Millionen US-Dollar sicherstellen. Liegt er höher – das ist der Preis für diese Versicherung –  wird er hälftig zwischen dem Verkaufsmanager und der Fondsgesellschaft geteilt. Entsprechend wäre die Inanspruchnahme der Restwertsicherung nicht sinnvoll, wenn ein Verkaufserlös oberhalb 90 Millionen beziehungsweise 43 Prozent des Anschaffungspreises zu erwarten wäre. "Aufgrund der aktuellen Marktlage sieht die Fondsgeschäftsführung dafür im Moment keine Anhaltspunkte", schreibt Doric den knapp 3.000 Kommanditisten. 74 Prozent ihrer Einlage haben sie während der bisherigen Betriebsjahre ausgezahlt bekommen. Nahezu zwei Jahre läuft der Leasingvertrag noch und wird von Emirates auch bedient werden. In Summe wird damit selbst auf Basis eines minimalen Verkaufserlöses ein Kapitalverlust sehr unwahrscheinlich. (tw)