Der Fondsinitiator Dr. Peters bietet ab sofort auch Anlageberatung an. Dafür hat der Dortmunder Sachwertanbieter mit der Plattform Zinsbaustein, die bereits zu rund der Hälfte zum Konzern gehört, das Joint-Venture Zinsbaustein Plus gegründet. Zum Geschäftsführer wurde Sebastian Podwojewski ernannt, der bei Dr. Peters für Marketing, Kommunikation und Kundenservice zuständig ist. "Zum Start des Joint-Ventures fokussieren wir uns darauf, Bestandskunden der Dr.-Peters-Gruppe zu aktivieren", kündigt Podwojewski an. Später sollen über die Plattform neue Zielgruppen erschlossen werden. Björn Jüngerkes, der gerade erst von Dr. Peters in die Geschäftsführung von Zinsbaustein wechselte, wird das Unternehmen Ende April verlassen.

Dabei stehen auf der Plattform derzeit gar nicht mal hauseigene Produkte zur Zeichnung. Dr. Peters hat zwar kürzlich die Vertriebszulassung für den neuen geschlossen Fonds "Immobilienportfolio Deutschland I" erhalten, zur digitalen Zeichnung bietet Dr. Peters auf der Plattform aber Fonds der Konkurrenz an: den "Immochance Deutschland 10" von Primus Valor und neuerdings den "Verifort Capital HC1".

Konkurrenz für klassische Vermittler
Die Dr. Peters Invest, Muttergesellschaft des neuen Beratungsunternehmens Zinsbaustein Plus, kann als Haftungsdach dienen. Sie hat vergangenes Jahr die Bafin-Erlaubnis bekommen, Finanzdienstleistungen zu erbringen, so dass über das neue Joint-Venture auch Wertpapiere beraten und vermittelt werden können. Neben den beiden genannten Fonds vermittelte die Plattform Zinsbaustein bislang vor allem Nachrangdarlehen. "Mit der Möglichkeit, Menschen in verschiedenen Lebenslagen umfassend beraten zu können, wollen wir den Markt für Sachwertinvestments nun weiter öffnen und digital gestalten", lässt sich Dr.-Peters-Chefin Kristina Salamon in der Pressemitteilung zitieren.

Digitale Plattformen traten in der Vergangenheit ohnehin schon als Konkurrenz der klassischen Finanzanlagenvermittler auf. Sie sind geeignet, die Leistung von Vertriebspartnern durch Digitalisierung nicht nur zu automatisieren, sondern auch zu skalieren, weil sie zum Beispiel beliebig kleine Zeichnungsbeträge ökonomisch verarbeiten können. Etablierte Vertriebspartner dürften sich hier einem zunehmenden Wettbewerb ausgesetzt sehen. (tw)