DWS-Immobilienfonds mit hohen Abflüssen und Abwertungen
Gut zwei Jahre ist es her, dass Union Investment mit der Abwertung des ZBI-Wohnfonds den Markt schockte. Seither mussten mehrere offene Immobilienfonds schließen, ein erstes Portfolio wird abgewickelt. Aktuell sorgt das Immobilienfonds-Trio der DWS für Schlagzeilen. Die Hintergründe.
Die drei DWS-Immobilienfonds der "Grundbesitz"-Reihe leiden unter signifikanten Abflüssen und Abwertungen im Portfolio. Aus dem gut 4,3 Milliarden Euro schweren Grundbesitz Europa flossen in den ersten acht Monaten dieses Jahres mehr als 640 Millionen Euro ab. Beim Grundbesitz Global, der aktuell rund zwei Milliarden Euro verwaltet, belaufen sich die Rückgaben von Anfang Januar bis Ende August auf über 300 Millionen Euro. Der gut 500 Millionen Euro schwere Grundbesitz Fokus Deutschland verbuchte in diesem Zeitraum Abflüsse von knapp 60 Millionen Euro.
Seit Jahresbeginn stehen bei den drei Fonds Verluste von knapp fünf bis über sieben Prozent zu Buche. Auch über drei und fünf Jahre haben die Investmentprodukte ihren Anlegern bis dato ein Minus beschert. Weitere Details und Charts finden Sie in der Bilderstrecke oben – einfach durchklicken!
"Umfangreiche Immobilienverkäufe erforderlich"
Der "Anstieg der Rückgabeverlangen der Anleger seit Anfang des Jahres 2026" mache "umfangreiche Immobilienverkäufe erforderlich", teilt die DWS in einer kürzlich veröffentlichten Anlegerinformation mit. Das "herausfordernde Marktumfeld" erschwere Verkäufe. Die Transaktionsmärkte seien geprägt durch "geringe Liquidität", "lange Vermarktungszeiten" und eine "starke Verhandlungsposition der Käufer".
Die Verkaufsprogramme lieferten "neue Marktpreisindikationen", die mit den unabhängigen Sachverständigen geteilt würden. "Dies bietet die Möglichkeit, aktuelle und objektspezifische Informationen zu berücksichtigen, kann jedoch zu weiteren Verkehrswertanpassungen führen", heißt es in der Anlegerinformation.
"Möglichst marktnahe Bewertungen von zentraler Bedeutung"
"Wir sehen die Entwicklung der Verkehrswerte unserer Immobilienportfolios im Einklang mit den aktuellen Marktgegebenheiten", teilt die DWS auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE mit. "Gerade bei offenen Immobilienfonds sind möglichst marktnahe Bewertungen von zentraler Bedeutung. Sie stellen sicher, dass Anleger, die investieren, und Anleger, die Anteile zurückgeben, fair und gleichbehandelt werden."
Die Bewertungen der Immobilienportfolios erfolgten entsprechend den regulatorischen Vorgaben regelmäßig durch jeweils zwei unabhängige Sachverständige. "Die Entwicklung der Anteilpreise ist nicht auf ein einzelnes Ereignis zurückzuführen", betont die Presseabteilung des Asset Managers. "Vielmehr spiegeln die Anpassungen die laufende Berücksichtigung aktueller Marktinformationen in einem herausfordernden Marktumfeld wider." (bm/tw)




Vortrag am FONDS professionell KONGRESS









