Bis Ende September 2021 sind in Deutschland 237.000 E-Autos zugelassen worden. Vor fünf Jahren, im Gesamtjahr 2016, waren es lediglich 11.400. Der Boom der Elektromobilität ist enorm, und er dürfte erst am Anfang sein. Dabei gibt es noch starke Vorbehalte gegen ausschließlich elektrisch betriebene Fahrzeuge. Dazu befragt, was dagegen spricht, sich jetzt ein E-Auto zu kaufen, nannten zwei Drittel der Teilnehmer einer Untersuchung neben zu hohen Kosten und zu niedriger Reichweite die unzureichende Ladesäuleninfrastruktur.

Die Sorge, dass es noch viel zu wenig Möglichkeiten gibt, seinen Stromer rechtzeitig wieder aufzuladen, schreckt derzeit noch viele Käufer ab. Die neue Bundesregierung hat daher im Koalitionsvertrag das Ausbauziel der alten Regierung übernommen und erklärt, eine Million öffentliche Ladesäulen bis zum Jahr 2030 installieren zu wollen. Je dichter die Abdeckung mit elektrischen Ladepunkten, umso schneller wird sich die politisch gewollte Alternative zum Verbrennungsmotor durchsetzen.

Auch für Ladesäulen gelten die Investmentkriterien Lage, Lage, Lage
Mit dem Publikums-AIF "Infrastruktur 13E" bietet Ökorenta an, sich als Investor am Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland zu beteiligen. Der Spezialist für Kapitalanlagen in Kraftwerke erneuerbarer Energien investiert in zwei Schnellladeparks am Kamener Kreuz beziehungsweise in Koblenz an der B9. Auch für Ladesäulen gelten die drei wichtigsten Kriterien für Immobilieninvestments: Lage, Lage, Lage. Eine gute Lage für Ladepunkte ist durch ein hohes Verkehrsaufkommen gekennzeichnet.

Zu den bereits identifizierten Standorten sollen weitere hinzukommen und das Portfolio ausgebaut werden. "Die Ladestationen werden in hochfrequentierten Gewerbegebieten, an Einzelhandelszentren oder verkehrsreichen Straßen nahe der Urbanisation liegen", erklärt Ökorenta-Geschäftsführer Jörg Busboom. "Solche sogenannten Hochfrequenzlagen sind das Erfolgsrezept im Einzelhandel und auch für die Wirtschaftlichkeit unseres Fonds zentral." Autofahrer sollen in einem Aufwasch einkaufen, einen Imbiss zu sich nehmen und ihr Fahrzeug aufladen können.

Der tatsächliche Ladesäulenbedarf ist schwer zu bestimmen
Wenn es im Jahr 2030 15 Millionen E-Mobile und Plugin-Hybride gibt, werden zwischen 440.000 und 843.000 Ladesäulen benötigt, schätzen Experten der bundeseigenen Gesellschaft NOW. Der große Unterschied rührt unter anderem von unterschiedlichen Ladegeschwindigkeiten der Säulen: Je mehr E-Autos eine Ladesäule abfertigen kann, desto weniger werden benötigt.

In der Unsicherheit, den Ladesäulenbedarf im Voraus zu bestimmen, besteht auch eines der Risiken des Fonds. Weitere Unwägbarkeiten könnten aus der möglichen Veränderung von Standortqualitäten resultieren, wenn also zum Beispiel heute noch stark frequentierte Lagen in ein paar Jahren nicht mehr so verkehrsreich sein sollten. (tw)


Einen ausführlichen Artikel darüber, wie Experten die Entwicklung der Ladesäuleninfrastruktur einschätzen und was die Erfolgstreiber eines Investments in Ladepunkte sind, finden Sie in der aktuellen Ausgabe von FONDS professionell ab Seite 224. Angemeldete Nutzer können den Beitrag auch hier im E-Magazin lesen.