HEH, Anbieter von Flugzeugfonds mit Schwerpunkt auf Regionalfliegern, hat den Abverkauf von elf Fondsflugzeugen unter Dach und Fach gebracht. Die Maschinen des Typs Q400 des Herstellers Bombardier wurden an die kanadische Fluggesellschaft Conair verkauft, die Flugzeuge zur Bekämpfung von Waldbränden bereitstellt. Sie wird die erworbenen Flieger umbauen und mit großen Löschmitteltanks ausstatten. "Mit dem Verkaufsabschluss für unsere elf Q400 haben wir wohl die Nadel im Heuhaufen gefunden", freut sich HEH-Vorstand Gunnar Dittmann. 

Kompletter Marktkollaps
Der Transaktionsmarkt für gebrauchte Passagierflugzeuge war durch die Corona-bedingte Luftfahrtkrise komplett zum Erliegen gekommen. Die globale Flotte des Typs Q400, einer Propellermaschine mit Sitzen für rund 80 Passagiere, besteht laut HEH aus circa 600 Flugzeugen, mehr als 100 davon suchen, so Dittmann, derzeit eine Beschäftigung. Das Überangebot ließ die Leasingraten auf ein längst nicht mehr auskömmliches Niveau sinken. "Bei einer Neuvermietung", ergänzt Dittmann, "wären bei unseren Fondsflugzeugen zudem Investitionen im sechsstelligen Bereich notwendig gewesen, um weitere Wartungen und Umbauarbeiten zu finanzieren".

Mit den Erlösen aus dem Paketdeal schaffen es neun der betroffenen elf Flugzeugfonds ins Plus. Die Schlussauszahlungen an die Anleger der einzelnen Fonds betragen – je nach Grad der Entschuldung der Fondsgesellschaft – 20 bis 40 Prozent der Nominaleinlage. Die Gesamtrückzahlungen der Fonds bewegen sich damit zwischen 90 ("Flybe Edinburgh") und 132 Prozent ("Flybe Manchester"), der durchschnittliche Gesamtmittelrückfluss über alle elf Fonds wird bei 110 Prozent liegen.

Behutsame Finanzierungspolitik als Sicherheitsbaustein
"Wir sind für unsere Anleger sehr froh, dass dieses gute Ergebnis in einer Zeit erreicht wurde, in der eine Weiterbeschäftigung oder ein Erwerb der Flugzeuge durch eine Passagierairline aussichtslos ist", sagt Dittmann. Das glimpfliche Ende haben die Fonds auch einer behutsamen Finanzierungspolitik des Initiators zu verdanken. Die Fondsgesellschaften waren mit rund 50 Prozent Fremdkapital finanziert, das konzeptionell während der Laufzeit des Leasingvertrags zurückgeführt werden sollte. Angesichts der Umstände, ist das erzielte Ergebnis anerkennenswert. (tw)