Vergangenes Jahr um diese Zeit herrschte noch weitgehend Flaute an den weltweiten Chartermärkten. Immerhin schienen sich die Charterraten auf einem – wenn auch niedrigen – Niveau zu stabilisieren. Doch seit etwa zwölf Monaten erleben die Schifffahrtsmärkte einen Aufwind, der sie in teils Schwindel erregende Höhen treibt.

Commerz Real, die Sachwertetochter der Commerzbank, hat 2007, damals noch unter der Firmierung CFB Commerz Fonds Beteiligungen, einen Schiffsfonds mit zwei Containerfrachtern aufgelegt. Mit der Linienreederei CMA-CGM vereinbarte sie damals eine Charterrate von knapp 20.000 US-Dollar pro Tag und Schiff. Das war kurz vor der weltweiten Finanzkrise, die die Schifffahrtsmärkte in eine Baisse führte, von der sie sich fast 14 Jahre lang nicht erholten. Die gute Bonität der Reederei rettete den Fonds über die schlimmsten ersten Jahre. Die Anschlusschartern nach 2014 dümpelten dann jedoch zwischen 5.000 und 12.000 US-Dollar pro Tag und machten über mehrere Jahre Auszahlungen unmöglich.

Täglich 150.000 US-Dollar – wenn auch nur für zwei bis drei Monate
Jetzt teilt die Commerz Real den Anlegern des "CFB 161 Schiffsflottenfonds 3" mit, dass sie einen Chartervertrag für eines der beiden Schiffe über 150.000 US-Dollar pro Tag abschließen konnte. Der Charterer Transfar Shipping aus Singapur hat sich in dieser Höhe für mindestens 70 Tage verpflichtet, plus Verlängerungsoption für weitere 20 Tage.

Laut dem jüngsten Bericht des Fondsbeirats vom Juni dieses Jahres erwartete die Geschäftsführung damals noch, im August einen Vertrag über 30.000 US-Dollar pro Tag abschließen zu können, was auch schon zu einigem Optimismus führte. Jetzt hat sie zum Fünffachen ihres eigenen Erwartungshorizonts abgeschlossen.

Zum Kapitalerhalt ist es noch ein Stück des Weges
Bei aller Euphorie muss man jedoch auch bedenken, dass die Anleger, die rund 78 Millionen US-Dollar in den Erwerb der beiden Schiffe investiert haben, laut Plan ihren kompletten Einsatz inzwischen hätten zurückbekommen müssen. Stattdessen flossen bisher nur zwischen 35 und 40 Prozent. Das Volumen des jetzt abgeschlossenen Chartervertrags beträgt rund 13 Prozent des Eigenkapitals, beziehungsweise 17, wenn der Charterer die Verlängerungsoption zieht. Da die Schiffe bereits schuldenfrei sind, stehen die Einnahmen abzüglich Bewirtschaftungskosten komplett den Anlegern zu. (tw)