Der in Berlin ansässige Schwarmfinanzierer EV Digital Invest (EVDI), der als Lizenznehmer unter der Marke Engel & Völkers auftritt, sieht sich gezwungen, unverzüglich einen Insolvenzantrag zu stellen. Zu den Hintergründen teilt das Unternehmen lediglich mit, der Mehrheitsgesellschafter, das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin, habe "eine vertraglich verbindlich vereinbarte Auszahlung aus einem Darlehensvertrag zum Fälligkeitstag ohne Angabe von Gründen und überraschend ohne Vorankündigung" verweigert.

Ein Gesellschafterdarlehen wurde nicht bedient
Diese Zahlung wäre aber erforderlich gewesen, um eine "außerordentliche Einmalverbindlichkeit" der EVDI fristgerecht bedienen zu können. Der Vorstand der börsennotierten EVDI bringt in einer Unternehmensmitteilung sein Unverständnis über die Zahlungsverweigerung des Versorgungswerks zum Ausdruck, denn bisher fällige Zahlungen aus dem fraglichen Darlehensvertrag seien bisher immer problemlos bedient worden.

Mit Bezug auf die Einschätzung ihrer juristischen Berater hält EVDI die Zahlungsverweigerung des Versorgungswerks für eine "vorsätzliche Verletzung des Darlehnsvertrages" und für einen "Treuepflichtverstoß der Mehrheitsaktionärin gegenüber der Gesellschaft". EVDI teilt mit, ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung zu beantragen. Die Aktie des Unternehmens, die 2022 zeitweise bei über 12 Euro notierte und im Laufe der Jahre stark an Wert verloren hatte, sackte am Montag (7.7.) auf 0,1 Euro ab. (tw)